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Heimkehr nach Nir Oz

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01.05.2026

01. Mai 2026 – 14. Ijar 5786

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Zwischen ausgebrannten Häusern und neuen Plänen versucht ein kleiner Kibbuz nach dem Massaker der Hamas wieder in den Alltag zu finden. Ein Ortsbesuch

Das Bier auf der Terrasse ist für Rita Lifshitz zu einem Ritual geworden, mit dem sie sich an der Zeit vor den Massakern festhalten kann. 500 Tage lang fuhr die 60-Jährige jeden Samstag eine Stunde mit ihrem Auto in den Kibbuz Nir Oz im Süden Israels, um auf der Terrasse vor dem ausgebrannten Haus ihrer Schwiegereltern Oded und Yocheved Lifshitz ein Bier zu trinken.

Eine Flasche war für sie, die andere für »Opa«, wie Rita Lifshitz ihren Schwiegervater nennt. »Opa war für 500 Tage jeden Samstag mein Psychologe«, erzählt sie. Doch der 83-jährige Friedensaktivist und Journalist konnte nicht mit ihr anstoßen. Die Hamas hatte ihn bei den Terrorangriffen am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppt.

Der Schwarze Schabbat ist im Kibbuz Nir Oz auch nach zweieinhalb Jahren überall präsent. Während nur wenige Kilometer weiter im Kibbuz Be’eri schon halbfertige Neubauten stehen, sind die Wege in Nir Oz umsäumt von ausgebrannten Ruinen. Die Siedlung, die nur knapp drei Kilometer vom Gazastreifen entfernt liegt, war der Hamas am 7. Oktober ausgeliefert. Zahlreiche Kibbuzniks leisteten Widerstand. Dennoch ermordeten die Terroristen 47 Menschen und entführten 76 Bewohner – darunter auch die Familie Bibas. An nur einem Tag verlor die 416-Seelen-Gemeinde ein Viertel ihrer Einwohner. Nur sechs der 229 Häuser blieben unversehrt.

Vor vielen Häusern hängen heute Fahnen. Eine schwarze Fahne bedeutet, dass die Bewohner ermordet wurden, eine gelbe mit einem roten Wimpel erinnert daran, dass die Bewohner entführt und in der Geiselhaft ermordet wurden. Hängt ein blauer Wimpel daran, haben die Bewohner es lebend aus dem Gazastreifen zurückgeschafft.

Yocheved Lifshitz wurde bereits am 23. Oktober 2023 freigelassen. Doch um »Opa« musste die Familie weiter bangen. Erst im Februar vergangenen Jahres erhielt die Familie die traurige Gewissheit: Oded, der früher Kinder aus dem Gazastreifen zur Behandlung in Krankenhäuser nach Jerusalem fuhr, wurde in Geiselhaft von Terroristen des Islamischen Dschihad ermordet. Er kam in einem Sarg nach Israel zurück.

»Ich vermisse diese Momente sehr, in denen ich Bier mit dieser fantastischen Person trinken konnte«, sagt Rita Lifshitz heute. Noch immer stehen zwei........

© Juedische Allgemeine