Die Rückkehr der vergessenen Namen: Verfolgte Musiker der NS-Zeit
20. Juli 2026 – 6. Aw 5786
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Die Rückkehr der vergessenen Namen: Verfolgte Musiker der NS-Zeit
Die Rückkehr der vergessenen Namen: Verfolgte Musiker der NS-Zeit
Was die Nationalsozialisten aus dem Musikleben verbannten, ist bis heute oft vergessen. Ein Langzeitprojekt arbeitet daran, dass sich das ändert. Projektleiter Geiger sagt: Die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts muss neu geschrieben werden
Der Karton kam aus Brasilien. Voll mit Schwarz-Weiß-Fotos und Dokumenten rund um den jüdischen Tenor Eugen Transky, der vor den Nazis nach Südamerika floh. »Es ist ein Schatz, das war wie Weihnachten«, sagt Sophie Fetthauer von der Universität Hamburg. Sie leitet die Arbeitsstelle Hamburg des Langzeitprojekts »NS-Verfolgung und Musikgeschichte«. Das Projekt will Lebenswege von Nazi-Opfern vor dem Vergessen bewahren. Dafür wird das »Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit« aufgebaut, vor 20 Jahren ging es online.
Das Lexikon ist über die Website der Universität Hamburg frei zugänglich. »Ein Enkel von Transky fand dort den Namen und hat uns den Nachlass geschickt«, erzählt die 54-jährige Musikhistorikerin.
Neben Hamburg gibt es für das Projekt eine Arbeitsstelle in München an der Hochschule für Musik und Theater (HMTM). Das Team arbeitet daran, neben den Biografien künftig auch die Wirkungsorte der Menschen zu visualisieren.
Lebensgeschichten rekonstruieren
Fetthauer möchte den Verfolgten und Ermordeten und ihren Werken einen Platz in der Musikgeschichte zurückgeben. Was der NS-Staat unter dem Etikett der »unerwünschten«, »internationalen«, »entarteten« oder »bolschewistischen Musik« diffamierte und verbannte, sei vielfach bis heute........
