Wie weiter in Gaza?
Es wäre ein in jeglicher Hinsicht enormes Unternehmen und hätte weitreichende Folgen auch für die israelische Gesellschaft. Darüber sind sich Befürworter und Kritiker einer israelischen Besetzung von Teilen des Gazastreifens gleichermaßen einig. Die temporäre militärische Übernahme von Gaza-Stadt in der palästinensischen Enklave wurde Anfang August vom Kabinett beschlossen.
Der Plan der Koalition zielt darauf ab, die Hamas endgültig zu vernichten und die verbliebenen Reste der Terrororganisation massiv unter Druck zu setzen, damit die 50 Geiseln freigelassen werden, die sich weiterhin in ihrer Gewalt befinden – 20 von ihnen sollen noch am Leben sein. Viele Geiselfamilien sind deshalb in großer Sorge und verweisen auf Warnungen der Führung der israelischen Armee (IDF), dass ihre Angehörigen dadurch in große Gefahr geraten.
Der von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterstützte Gaza-Besatzungsplan soll Berichten zufolge mit der Einnahme von Gaza-Stadt im Norden des Gebiets sowie von Lagern im zentralen Gazastreifen beginnen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung der Enklave soll sich dann in der humanitären Zone Mawasi befinden.
Einer der schärfsten Kritiker des Vorhabens: die israelische Armee unter Generalstabschef Eyal Zamir. Israelischen Medienberichten zufolge warnte er, dass »die Besetzung des Gazastreifens Israel in ein schwarzes Loch zieht. Man wäre dadurch verantwortlich für zwei Millionen Palästinenser, die Gefährdung von Soldaten durch Guerillakämpfe und, was am allerschlimmsten ist, die Gefährdung der Geiseln«.
Militärvertreter gehen davon aus, dass die Umsetzung der Regierungspläne........
© Juedische Allgemeine
