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Stark und selbstbewusst

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23.08.2026

23. August 2026 – 10. Elul 5786

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Stark und selbstbewusst

Die Zeiten des Ghettos und Sich-Wegduckens gehören zum Glück der Vergangenheit an. Umso mehr sollten Juden hierzulande entschiedener für ihre Interessen eintreten

Die politische Lage ist nicht nur frustrierend. Sie ist ernüchternd, erschöpfend und für viele längst beschämend. Wer Solidarität mit dem jüdischen Staat und das Eintreten gegen Judenhass zur Grundlage seiner politischen Bewertung macht, erkennt seit Langem eine bittere Realität: Die Zahl der Parteien, die hier noch klar, glaubwürdig und belastbar stehen, schrumpft stetig. Zu viele relativieren, lavieren oder bekämpfen offen genau jene Grundlagen, die eigentlich nicht verhandelbar sein dürften.

Die Vorstellung, Aufklärung allein reiche aus, hat sich als Illusion erwiesen. Genau deshalb dürfen wir uns nicht zurückziehen. Die Zeiten des Ghettos und Sich-Wegduckens gehören zum Glück der Vergangenheit an. Umso mehr sollten Juden hierzulande entschiedener für ihre Interessen eintreten. Genau deshalb müssen wir politischer werden.

Wählen ist kein formaler Akt, sondern ein machtvolles demokratisches Instrument

Politisches Engagement beginnt mit dem Gebrauch des eigenen Wahlrechts. Wählen ist kein formaler Akt, sondern ein machtvolles demokratisches Instrument. Gerade Kommunalwahlen entscheiden darüber, wer regional den Ton angibt, welche Dezernate besetzt werden, welche Regelungen entstehen und wie konsequent Recht durchgesetzt wird. Hier wird festgelegt, ob antisemitische Hetze geduldet oder bekämpft wird.

Wer Kommunalpolitik für zweitrangig hält, verkennt ihre Wirkung – sie entscheidet über den Alltag jüdischen Lebens. Doch Wählen allein genügt nicht. Wir brauchen Menschen, die sich innerhalb der Parteien engagieren – dort, wo unsere Positionen noch vertreten werden. Besonders in den Jugendorganisationen wird der politische Nachwuchs geprägt. Was heute unwidersprochen bleibt, ist morgen Mehrheitsmeinung. Wer hier präsent ist, beeinflusst Haltungen langfristig. Es geht darum, diejenigen zu erreichen, die noch erreichbar sind, bevor Israelhass und antisemitische Narrative zur unhinterfragten........

© Juedische Allgemeine