Kein Tag ohne Linie
03. Juni 2026 – 18. Siwan 5786
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Pavel Feinstein porträtierte Tiere, Freunde und immer wieder sich selbst. Nun ist der Maler überraschend gestorben
Zerfurcht das Gesicht, wild wuchernd die Kopf- und Barthaare, skeptisch-fragend der Blick: So präsentierte sich Pavel Feinstein auf einem auf Facebook veröffentlichten Selbstporträt. Mit »Pavel 31.01.26« ist die flott und doch präzise ausgeführte Zeichnung signiert. Das Blatt zählt wohl zu den letzten Arbeiten des Berliner Malers, Zeichners und Autors, der am 17. Mai nach kurzer, schwerer Krankheit starb.
Geboren wurde Feinstein 1960 in Moskau. Er wuchs in der tadschikischen Sowjetrepublik auf und machte in der Hauptstadt Duschanbe die ersten Schritte auf dem Weg zum Künstler. Zu seinen Lehrern zählte Leonid Starkov, der 1981 nach Israel auswanderte. Ein Jahr zuvor verließ Feinstein mit seinen Eltern die Sowjetunion. Der damalige Westteil Berlins wurde ihm zur Wahlheimat. Pavel Feinstein studierte bis 1985 Malerei an der Hochschule der Künste, der heutigen UdK, und wurde Meisterschüler von Gerhart Bergmann.
Als »der neue Altmeister« wurde Feinstein 2010 von Manfred Schwarz in der Wochenzeitung »Die Zeit« bezeichnet: Seine Ausstellung im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus und die in der »Zeit« besprochene Schau im Osthaus Museum Hagen verhalfen ihm zu größerer überregionaler Sichtbarkeit. Von regelmäßigen Galerieausstellungen in Essen und Berlin abgesehen, sind institutionelle Würdigungen von Feinsteins Werk ansonsten rar.
Schonungslos hält er das eigene Altern fest
1999 war er Teil der Gruppenausstellung Westwärts – Jüdische Künstler aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland. Die von der........
