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»Das Raue und das Dreckige war enorm präsent«

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thursday

Seit über 25 Jahren gehört Darren Aronofsky zu den spannendsten und meistbeachteten Regisseuren des US-Kinos. Fünf seiner Filme wurden bereits für Oscars nominiert, er selbst für die Regie von Black Swan. Bei den Filmfestspielen in Venedig erhielt er für The Wrestler den Goldenen Löwen. Nun meldet sich der 1969 als Sohn jüdischer Lehrer in Brooklyn geborene Filmemacher mit »Caught Stealing« in den Kinos zurück und stand dafür im Berliner Hotel »Adlon« Rede und Antwort.

Herr Aronofsky, von »Requiem for a Dream« über »The Wrestler« und »Black Swan« bis hin zu »The Whale« kennt man Sie bislang vor allem für Filme voller Tragik, Schmerz und Abgründe. Nun legen Sie mit »Caught Stealing« Gangster-Action mit sehr viel Humor vor. Wollten Sie zur Abwechslung mal ein Gegengewicht liefern zu unserer Realität, die schon bitter genug ist?
Eigentlich können wir das gern so stehen lassen. Aber ganz so bewusst hatte ich diesen Plan nicht geschmiedet, wenn ich ehrlich bin. Vielmehr hatte ich das Drehbuch schon vor Jahren mit Begeisterung gelesen, die Entwicklung begann als0 bereits vor längerer Zeit. Nach »The Whale« wollte ich so schnell wie möglich wieder arbeiten und war voller Tatendrang. Als ich Austin Butler kennenlernte, wusste ich schnell, dass er der richtige Typ für diese Geschichte ist. Letztlich ist »Caught Stealing« also nicht als Reaktion auf irgendetwas entstanden, sondern weil sich die Gelegenheit ergab und die Zeit reif war. Dass ich mir obendrein den Traum erfüllen konnte, endlich mal wieder zu Hause in New York zu drehen, war dabei das i-Tüpfelchen. Ich konnte morgens zur Arbeit laufen!

Was in der von Charlie Huston selbst adaptierten Romanvorlage war es denn, das Sie so begeistert hat?
Das New-York-Setting war schon sehr entscheidend. Interessanterweise ist Charlie gar nicht aus New York, aber ich konnte in den Worten des Drehbuchs die Stadt dennoch unglaublich intensiv spüren. Überhaupt: Die Atmosphäre der Straßen, das Raue und Dreckige war enorm präsent und authentisch. Das sprach mich sehr an, zumal in Kombination mit den schrägen Figuren und den vielen überraschenden Wendungen der Geschichte. Aber als waschechter New Yorker kann ich nicht leugnen, dass die Stadt in diesem Fall das A und O für mich war. Weswegen ich es dann auch verdammt spannend fand, wie New York am Ende beinahe eine Art Co-Autorin des Films wurde. Oder zumindest eine Mit-Produzentin.

Wie meinen Sie das?
Durch die Suche nach Drehorten in der Stadt entstanden mitunter noch ganz neue Ideen, die Charlie........

© Juedische Allgemeine