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»Der Oscar öffnete mir neue Türen«

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30.06.2026

30. Juni 2026 – 15. Tamus 5786

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»Der Oscar öffnete mir neue Türen«

Daniel Roher über seinen ersten Spielfilm »The Piano Tuner« und den Dreh mit Dustin Hoffman und Lior Raz

Daniel Roher war gerade einmal Mitte 20, als sein Film Once Were Brothers: Robbie Robertson and the Band 2019 das Filmfestival in seiner Heimatstadt Toronto eröffnete. Vier Jahre später durfte sich der jüdisch-kanadische Regisseur für den Dokumentarfilm Nawalny bereits als Oscar-Gewinner feiern lassen. Nun legt er mit The Piano Tuner, für den Leo Woodall, Dustin Hoffman, Tovah Feldshuh und Lior Raz vor der Kamera standen, seinen ersten Spielfilm vor. Über diese spannende Mischung aus Gangsterthriller, Liebesgeschichte und musikalischem Drama sprach er mit uns von Italien aus im Videocall.

Herr Roher, bisher kannte man Sie als Dokumentarfilmer. Haben Sie schon lange den Traum gehegt, einen Spielfilm zu inszenieren?Sagen wir es einmal so: Ich war nicht immer nur Dokumentarfilmer. In meiner Jugend träumte ich vom Spielfilm, meine Vorbilder waren Regisseure, die fiktional tätig waren. Das dokumentarische Arbeiten habe ich als junger Erwachsener eher zufällig für mich entdeckt. Damals war gerade eine technologische Revolution im Gange: Plötzlich war es möglich, mit lediglich einem Rucksack voll an Equipment ganz allein einen Film zu drehen, der sogar richtig gut aussieht. Das hat mich beflügelt – und ich entwickelte immer mehr Gefallen daran, Dokumentarfilme zu drehen. Den Traum vom Spielfilm habe ich nie aufgegeben, nur dass ich keine Ahnung hatte, wie ich den je Wirklichkeit werden lassen könnte. Das änderte sich erst nach »Nawalny«.

Der Oscar-Gewinn half dabei, eine neue Richtung einzuschlagen?Das würde ich so sagen! Dieser Erfolg öffnete mir ganz neue Türen, ganz abgesehen davon, dass es natürlich eine ziemlich coole Sache ist, mit 29 Jahren diesen Preis zu gewinnen. Gleichzeitig hatte diese Erfahrung auch etwas Angsteinflößendes, denn plötzlich lastet sehr viel Druck auf der Überlegung, was man auf diese große Ehre folgen lässt. Mein Weg, damit umzugehen, lag ganz instinktiv darin, möglichst etwas vollkommen anderes zu machen. Und so wand te sich meine Aufmerksamkeit fast unwillkürlich ab vom Dokumentarischen und hin zur Fiktion.

Die Idee zu »The Piano Tuner« entstand also vor allem aus der Frage, was Sie als Nächstes machen sollen?In der Tat. Und es ist natürlich kein Zufall, dass sich die Geschichte des Films nun auch um die Angst und die Sorgen dreht, die damit einhergehen, wenn man der eigenen Existenz und Identität eine neue Richtung verpassen muss, weil man das,........

© Juedische Allgemeine