menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

SPD – Partei der Arbeit ohne Arbeit

17 0
27.03.2026

Wenn ich in Berlin von zu Hause in unser Hauptstadtbüro radele, komme ich bisweilen am Willy-Brandt-Haus vorbei. Die Zentrale der SPD liegt wie unsere Redaktion im Stadtteil Kreuzberg, ein Bau von siebenstöckiger Wucht, fast zu groß für eine Partei, über die es nur noch eine Erzählung zu geben scheint – die des Untergangs.

Nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz steht die SPD vor einer existenziellen Entscheidung: Entweder es ergeht ihr so wie einst dem stolzen Versandhaus Quelle, das so lange an sich selbst glaubte, bis es aus dem Alltag der Republik einfach verschwunden war. Oder sie tut das, was Quelle damals versäumt hat: Sie erfindet sich neu, erkennt die Themen der Zukunft und richtet sich programmatisch danach aus.

Dazu müsste sie zunächst zu einer Partei der Zumutung werden. Zu einer Kraft, die Reformen nicht nur ankündigt, sondern durchsetzt. Der Weg, der arbeitenden Mitte wieder Zuversicht und Aussicht auf Wohlstand zu geben, wird nicht ohne Schmerzen sein. Die Agenda 2010 war ein solcher Schmerz. So umstritten sie bleibt, ihre Wirkung auf Arbeitsmarkt und Wettbewerbsfähigkeit stellt heute kaum noch einer infrage.

Wenn ich in Berlin von zu Hause in unser Hauptstadtbüro radele, komme ich bisweilen am Willy-Brandt-Haus vorbei. Die Zentrale der SPD liegt wie unsere Redaktion im Stadtteil Kreuzberg, ein Bau von siebenstöckiger Wucht, fast zu groß für eine Partei, über die es nur noch eine Erzählung zu geben scheint – die des Untergangs.

Nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz steht die SPD vor einer existenziellen Entscheidung: Entweder es ergeht ihr so wie einst dem stolzen Versandhaus Quelle, das so lange an sich selbst glaubte, bis es aus dem Alltag der Republik einfach verschwunden war. Oder sie tut das, was Quelle damals versäumt hat: Sie erfindet sich neu, erkennt die Themen der Zukunft und richtet sich programmatisch danach aus.

Dazu müsste sie zunächst zu einer Partei der Zumutung werden. Zu einer Kraft, die Reformen nicht nur ankündigt, sondern durchsetzt. Der Weg, der arbeitenden Mitte wieder Zuversicht und Aussicht auf Wohlstand zu geben, wird nicht ohne Schmerzen sein. Die Agenda 2010 war ein solcher Schmerz. So umstritten sie bleibt, ihre Wirkung auf Arbeitsmarkt und Wettbewerbsfähigkeit stellt heute kaum noch einer infrage.


© Handelsblatt