Vermögen nutzen und nicht verstecken
Vor einigen Tagen habe ich mit einem erfolgreichen Gründer gesprochen, der gerade einen zweistelligen Millionen-Exit hingelegt hat. Er ist um die vierzig, hat zwei Kinder, die noch nicht zehn sind.
Er hat sich umgehört, was man so macht in dieser erfreulichen Lebenssituation. Die fühlt sich nämlich gerade nicht so an. Er grübelt darüber, wie er eine liechtensteinische Stiftung gründen kann, als Schutzschild für sein Geld. Gegen die Gefahren der Gegenwart. Falls er wegziehen möchte. Die Uhr tickt, eine Lösung muss her für das Geld, das bald liquide wird.
Er fragt mich als Experten und ehemaligen Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, was ich von der Konstruktion halte, die ihm empfohlen wurde. Von anderen Unternehmern, die sich in Onlineforen zu Stiftungsholdings und Steueroptimierung austauschen. Von Steueranwälten. Und vermutlich von Künstlicher Intelligenz. Damit ist er inzwischen der Normalfall: Seit 2025 werden in Deutschland mehr Stiftungen zum Schutz von Privatvermögen gegründet als für einen gemeinnützigen Zweck.
Stiftungslösung hat sich überlebt
Ich zögere. Natürlich könnte ich ihm etwas dazu sagen. Das Fürstentum, von dem er sich magische Eigenschaften erhofft, gibt es so seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. 2008 zählte Liechtenstein gut 50.000 Stiftungen, Ende 2025 waren es noch knapp 9000. Vier von fünf sind verschwunden, seit die Steueraffäre von 2008, die Stiftungsrechtsreform und der automatische Informationsaustausch das Geschäftsmodell der Diskretion beendet haben.
Vor einigen Tagen habe ich mit einem erfolgreichen Gründer gesprochen, der gerade einen zweistelligen Millionen-Exit hingelegt hat. Er ist um die vierzig, hat zwei Kinder, die noch nicht zehn sind.
Was übrig ist, hat das deutsche Außensteuergesetz im Blick: Solange er die........
