Trump erklärt CO2 für ungefährlich und zerstört US-Klimaschutz
Trump erklärt CO2 für ungefährlich und zerstört US-Klimaschutz
Stand: 13.02.2026, 09:05 Uhr
Von: Sereina Donatsch
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Der Präsident untergräbt das Fundament des Rests von Klimaschutz in den USA – ein fatales Signal. Der Kommentar.
Treibhausgase als nicht gesundheitsschädlich zu deklarieren ist fatal. Im wahrsten Sinne des Wortes. Genau das tut US-Präsident Donald Trump nun, indem er eine Einstufung der Umweltbehörde von 2009 kippt, wonach CO2-Ausstöße Menschen und Gemeinwohl gefährden.
Auf ihr beruhen rechtlich nahezu alle US-Klimaschutzregeln. Ohne sie fehlt dem Staat die juristische Grundlage für Emissionsgrenzen bei Autos, Kraftwerken und Industrieanlagen. Damit fehlen Behörden in den USA Instrumente gegen die größte Bedrohung unserer Zeit: die Erderwärmung. Trump selbst preist den Schritt als „größte Deregulierung der Geschichte“ an und verspricht Unternehmen und Verbraucher:innen Entlastungen von rund 1,3 Billionen Dollar – etwa 1200 Milliarden Euro. Ein Neuwagen soll im Schnitt 2200 Euro günstiger werden, behauptet er.
Diese Augenwischerei verfängt. Vor allem dort, wo steigende Preise drücken, wo der Pickup kein Statussymbol, sondern Arbeitsgerät ist, wo Klimapolitik als Projekt urbaner Eliten gilt. In Trumps Rechnung fehlen aber die realen Kosten der Klimakrise. Seit 2010 haben Extremwetter in den USA nach Daten der Klimabehörde NOAA – die selbst Ziel von Trumps Kahlschlag ist – Schäden von umgerechnet rund 1600 Milliarden Euro verursacht. Mehr als 7700 Menschen haben ihr Leben verloren. Mit jedem Rekordjahr, jeder Flut, jedem Feuer steigt die Summe.
2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 2025 fraßen sich im Großraum Los Angeles Waldbrände durch ausgetrocknete Landschaften. Im Sommer starben bei schweren Überschwemmungen in Texas mehr als 100 Menschen. Angesichts dessen von „Kostenersparnis“ zu sprechen, ist nicht nur rechnerisch falsch, sondern auch zynisch.
Die Folgen reichen aber über die USA hinaus. Wenn der Präsident des mächtigsten Landes der Welt Treibhausgase verharmlost, sendet er auch ein Signal an die politischen Führungen anderer Staaten. In Indien etwa ersticken jeden Winter Millionenstädte im Smog, Feinstaub kostet Hunderttausende Leben.
Wenn Washington Emissionen relativiert, vertagen andere Regierungen Regulierung, tun Kritik als Alarmismus ab und berufen sich auf das amerikanische Vorbild. Wenn die USA zurückrudern, sinkt der Druck zum Handeln auf alle anderen.
Mit dieser Entscheidung führt Trump einen Angriff auf die Gesundheit von Millionen Menschen – und untergräbt zugleich einen zentralen demokratischen Grundsatz: Politisches Handeln muss den Fakten folgen.
