Ein Einkauf als Spießrutenlauf
Ein Einkauf als Spießrutenlauf
Stand: 30.03.2026, 17:44 Uhr
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Es gibt Momente, in denen hat sich scheinbar alles gegen einen verschworen.
Eigentlich war mir die ganze Zeit schon klar, dass ich den nicht leiden kann. Der da. Vorne rechts. Der Hagere. Mit dem bräunlich-schwarzen Kurzmantel. Oder der Langjacke oder was das ist. War jedenfalls sicher mal teuer, das Ding. Und jetzt trägt er es, bis es auseinanderfällt. Typisch. Stinkt wahrscheinlich vor Kohle, der Kerl. Dreht aber jeden Cent dreimal um.
Hat einen Igel in der Tasche, wie man früher sagte. Ich mochte diesen Ausdruck noch nie. Aber so einer ist das. Ganz sicher. Da! Jetzt steht er vor dem Frischkäse. Genau da, wo ich hinwollte. Was macht der denn da so lange? Sein Frischkäse-Abitur, oder was? Oh Mann! Der guckt jetzt wahrscheinlich bei jedem Päckchen nach dem Datum. Und dann sucht er einen Verkäufer, um den Preis runterzuhandeln. Kenn ich doch, diese Typen. Ich hasse solche Leute.
So, jetzt ist er weg. Endlich. Jetzt kann ich zum Frischkäse. Bei mir geht’s ja schnell. Ich weiß schließlich, was ich will. Ratz-fatz geschnappt und in den Wagen geworfen. So macht man das. Weiter geht’s zur Milch. Welche nehme ich denn? Wo ist denn die in der blauen Packung? Die von der Initiative, die das meiste Geld an die Milchbauern zahlt. Jaaa, is’ ja gut. Von mir aus auch an die Bäuerinnen.
Wo ist denn die jetzt? Die steht doch immer da vorne rechts. Nee, keine mehr da. Mist. Das ist oft so. Das machen die extra, die Heinis vom Supermarkt. Bestellen immer nur wenig, damit die Leute den Kram von der Eigenmarke kaufen. Drecksäcke.
Apropos. Wo ist denn eigentlich der Hagere? Weg? Sieht so aus. Gut so. Ich hab gewonnen. Er hat das Feld geräumt. Aber jetzt weiter zum Spülmittel. Da lang, dann links in den Gang und dann wieder rechts um die Ecke. Scheiße! Bitte nicht! Da steht er! Der Hagere. Lungert vor meinem Spülmittel herum und macht einen auf cool. Okay. Punkt für ihn. Dann stelle ich mich halt daneben. Man muss auch mal nachgeben können.
Oh nee! Was ist das denn? Das gibt’s doch nicht! Der hat zwei von meiner Milch im Wagen! Von meiner Milch in der blauen Packung! Die letzten beiden! Oh Mann. Hinterhältig ist er auch noch. Und eben kauft er auch von meinem Spülmittel. Das ist doch reiner Mutwille! Jetzt reicht’s mir. Ich hau ab. Nichts wie vor zur Kasse.
Ich gehe aber hintenrum an den Tiefkühlschränken vorbei. Das ist zwar etwas weiter, aber meistens ist da weniger los. Mist. Heute nicht. Heute stehen da fünf Teenager im Weg und diskutieren über Tiefkühlpizza. Dabei ist das doch alles der gleiche Schrott. Ja, Kinners, so is‘ recht. Macht dem Opa ein bisschen Platz. Geht doch. Es gibt sie also noch, die freundlichen jungen Menschen.
So. Nun rechts um die Ecke – zu spät. War ja klar. Der Hagere. Da steht er schon. Auch noch an der einzigen mit einem lebendigen Menschen besetzten Kasse. Scheint also auch diese seelenlosen Plastikgeldmaschinen zu meiden. Macht ihn ja fast ein bisschen sympathisch.
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Wir packen unsere Einkäufe aufs Band, er vorne, ich dahinter. Hat der doch tatsächlich fast die gleichen Sachen gekauft wie ich. Und wie wir so stehen, schauen wir uns an und müssen lachen. Dann sagt er: „Manchmal ist es ja wie verhext.“ Ich meine sofort zu wissen, was er meint. Doch dann fährt er fort: „Egal wo ich hinkam, standen Sie mir im Weg!“
