Verteilungskriege in der Ödnis
Verteilungskriege in der Ödnis
Stand: 13.02.2026, 18:38 Uhr
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Biodiversität ist kein Luxus – wird aber dazu, wenn Raubbau betrieben wird. Die Kolumne.
Jetzt läuft die Münchener Sicherheitskonferenz. Kurz vor deren Start hat die britische Regierung einen Bericht zum Zusammenhang des globalen Verlusts der biologischen Vielfalt, dem Zusammenbruch von Ökosystemen und der nationalen Sicherheit veröffentlicht – und der hat es in sich.
Der Verlust von Biodiversität zerstört Ökosystemleistungen, von denen menschliche Gesellschaften abhängig sind. Zu ihnen gehören die Bereitstellung von Trinkwasser, Nahrung, sauberer Luft und natürlicher Ressourcen. Naturzerstörung führt zu Ernteausfällen, verstärkten Naturkatastrophen und Ausbrüchen von Infektionskrankheiten. Dies wiederum fördert politische Instabilität und die Erosion des globalen wirtschaftlichen Wohlstands. Die zunehmend knapper werdenden natürlichen Ressourcen werden zum Gegenstand eines verschärften Wettbewerbs zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren, wodurch bestehende Konflikte verschärft, neue Konflikte ausgelöst und die globale Sicherheit sowie unser Wohlstand bedroht werden.
Flucht und Vertreibung werden zunehmen. Immer mehr Menschen werden in Armut, Ernährungs- und Wasserknappheit geraten. Statt Entwicklungsfortschritte werden wir Rückschritte sehen. Organisierte Kriminalität wird versuchen, knappe Ressourcen auszubeuten und zu kontrollieren. Mehr Menschen, die in Armut geraten, bedeuten mehr Möglichkeiten für organisierte Kriminalität (darunter Menschenhandel und Schwarzmärkte für knappe Lebensmittel, Arzneimittel und wichtige Mineralien). Nichtstaatliche Akteure, darunter auch terroristische Gruppen, werden aufgrund politischer Instabilität mehr Möglichkeiten haben, zum Beispiel als Söldner oder Pseudoregierungen zu agieren, und die Kontrolle über knappe Ressourcen erlangen.
Einige Staaten werden stärker als andere von Risiken der Nahrungsmittel- und Wasserversorgungssicherheit betroffen sein. Das wird zwischenstaatliche Konflikte verschärfen. Militärische Eskalationen werden auch innerhalb von Staaten wahrscheinlicher, da Gruppen um fruchtbaren Boden, Lebensmittel und Wasser konkurrieren.
Frauke Fischer ist Biodiversitätsexpertin und Dozentin für internationalen Naturschutz
an der Universität Würzburg.
Wenn Arten und Ökosysteme weiter zerstört werden, steigt das Pandemierisiko, weil die Übertragung neuartiger Krankheiten zwischen Arten und Menschen wahrscheinlicher wird. Überall auf der Welt werden Menschen anfälliger für Naturkatastrophen werden.
Die wirtschaftliche Unsicherheit wird größer, weil die Natur und ihre Leistungen, die die Grundlage der Weltwirtschaft bilden, endlich sind. Schon um den derzeitigen Verbrauch der Welt aufrechtzuerhalten, wären die Ressourcen von 1,6 Erden erforderlich. Tendenz weiter steigend.
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Der geopolitische Wettbewerb wird zunehmen, da Länder um knapper werdende natürliche Ressourcen, sichere Transitrouten und wichtige Mineralien streiten.
Die politische Polarisierung und Instabilität werden zunehmen, ebenso wie gefährliche, destabilisierende Desinformation. Das alles wird Konflikte verschärfen.
Diese Woche ist München das Zentrum der Gespräche über die globale Sicherheit. Wenn Wissenschaft und Zukunftssicherheit den Rahmen der Konferenz bilden, werden Biodiversität und Ökosystemleistungen dort zentrales Thema sein.
