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Der gezielte Antifeminismus von Donald Trump gefährdet Frauenleben

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08.03.2026

Der gezielte Antifeminismus von Donald Trump gefährdet Frauenleben

Stand: 08.03.2026, 09:00 Uhr

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Trumps verschärfte Global Gag Rule verbietet Organisationen weltweit, für Gleichstellung zu arbeiten. Die Folgen sind tödlich für Frauen. Ein Gastbeitrag von Simone Wisotzki.

Frauenmenschenrechte, aber auch die Menschenrechte von LGBTIQ+ sind weltweit unter Druck geraten. Frauenrechtsaktivistinnen bezahlen ihr Engagement oftmals mit dem Leben, wie erst kürzlich Yanar Mohammed, die vor ihrem Haus in Bagdad im Irak von Unbekannten erschossen worden ist. Antifeminismus oder die gezielte Bekämpfung von Gleichstellungspolitik sind ein globales oder auch transnationales Problem. Doch gerade die westliche Politik des Antifeminismus hat immense Folgen für Programme der Friedensförderung oder der Entwicklungszusammenarbeit.

US-Präsident Donald Trump hat in seiner zweiten Amtszeit den autoritären Staatsumbau weiter forciert. Ein zentraler Baustein bleibt die gezielte Politik gegen Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion (Diversity, Equity, Inclusion/DEI). Erst im Februar hat er die „Global Gag Rule“ weiter verschärft, jene globale Knebelregel, die verbietet, dass Organisationen sich für die Gleichstellung der Geschlechter, für Diversität oder sexuelle und reproduktive Rechte einsetzen.

Mit der Ausweitung verbietet Trump US-geförderten Organisationen, zu diesen Themen zu arbeiten, selbst wenn sie dafür andere Finanzmittel verwenden.

Trumps Politik trifft Frauen und Mädchen in den ärmsten Staaten der Welt

Frauen im Globalen Süden haben die Folgen der US-Politik zu tragen. Kliniken weigern sich, Patientinnen nach unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen zu versorgen, was weltweit zur dritthäufigsten Todesursache in der Müttersterblichkeit geführt hat. Die US-Politik betrifft auch Präventionsprogramme, wie Aufklärung und Verhütung. Dies führt zu ungewollten Schwangerschaften, steigenden HIV-Fällen und einer erhöhten Mütter- und Säuglingssterblichkeit. Trumps Politik drängt nicht nur die Gleichberechtigung zurück und lässt die Entscheidung über den eigenen Körper zum Privileg werden, seine Politik trifft vor allem die Schwächsten, und hier vor allem Frauen und Mädchen in den ärmsten Staaten der Welt.

Trumps Antifeminismus bleibt auch in den Vereinigten Staaten selbst nicht folgenlos. Ein Jahr nach seiner Amtseinführung sind die Möglichkeiten für Frauen auf sicherere Abtreibung weiter eingeschränkt worden, so dass Frauen selbst nach dem Tod des Fötus im Mutterleib die Gesundheitsversorgung verwehrt wird. Schwarze Frauen sind von Trumps Anti-Abtreibungspolitik häufiger betroffen – Antifeminismus ist hier eng verknüpft mit Rassismus.

Trumps autoritärer Staatsumbau trifft auch Forschung und Bildung. So sind die Forschungsmittel für geschlechterspezifische Forschung im Gesundheitssektor, aber auch für andere Wissenschaftsdisziplinen gestrichen worden. Trump hat die US-Bundesstaaten angewiesen, „Geschlechterideologie“ aus Aufklärungsmaterialien zu streichen. Dabei geht es in erster Linie um Aufklärung zu LGBTIQ+, da die Trump-Administration nur Mann und Frau als die zwei Geschlechter anerkennt. Trumps Politik hat auch Folgen für das US-Militär, indem er mehrere Tausend Transgender-Soldat:innen vom Dienst ausschloss und ihnen Pensionsansprüche und das Recht auf Gesundheitsversorgung streichen ließ. Immer mehr Bundesstaaten unter republikanischer Führung weigern sich, die Identitäten von Transgender im öffentlichen Leben anzuerkennen und sprechen ihnen kodifizierte Rechte ab.

Trumps DEI-Initiative findet Anklang in seinen Wählerkreisen, vor allem bei konservativen, rechten und evangelikalen US-Amerikaner:innen, die der demokratischen Gleichstellungspolitik traditionelle Familienwerte als alternativlos gegenüberstellen. Auch konservative Think-Tanks wie die US Heritage Foundation stützen diese Politik.

Gastbeitrag„Fass ohne Boden“: Merz-Regierung verpasst Riesenchance und verpulvert Milliarden ohne klare Botschaft

Mit seinen Tiraden gegen die „woke gender ideology“ findet Trump Anklang und Unterstützung bei europäischen Rechten. Der Kampf gegen Gleichstellung und Diversität nimmt in vielen Teilen der Welt weiter an Fahrt auf. Feministische und queere Menschenrechtsaktivist:innen müssen nicht nur mit Widerstand rechnen. Sie sind akut bedroht.


© Frankfurter Rundschau