Turek bleibt in Prag freies Radikal
Kein Ministerposten : Turek bleibt in Prag freies Radikal
Beim Verhindern eines Ministers hat sich der tschechische Präsident Pavel durchgesetzt. Babiš hat er hingegen zum Regierungschef gemacht.
Als „Jugendsünden“ und „dummen schwarzen Humor“ hat Filip Turek Sprüche zu verharmlosen versucht, die sich gegen Frauen, Fremde und Homosexuelle gerichtet haben sollen. Gleichwohl hat der tschechische Politiker, der zunächst Außenminister, dann wenigstens Umweltminister in Prag werden wollte, die fraglichen Einträge auf seinen Social-Media-Accounts gelöscht.
Sein Pech, dass unabhängige Medien rechtzeitig Kopien davon gezogen haben. Nicht aus der Welt schaffen ließen sich außerdem Fotos, die ihn mit ausgestrecktem Arm oder mit Wehrmachtshelm zeigten.
Die Treuhandgesellschaft von Andrej Babiš
Kein Wunder, dass Präsident Petr Pavel den früheren Rennfahrer, dessen Popularität ein Treibriemen für den Einzug der Motoristenpartei ins Parlament war, partout nicht zum Minister ernennen wollte. Und in der Tschechischen Republik hat das Staatsoberhaupt eine recht starke Stellung, an ihm kommt man schwer vorbei. Turek bleibt nun freies Radikal.
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Jetzt hat er Agrofert in eine Treuhandkonstruktion überführt. Treugläubig muss man sein, um anzunehmen, dass damit Interessenkonflikte ausgeschlossen sind, wenn Regierungshandeln die Agrar- und Lebensmittelbranche betrifft.
Stephan LöwensteinRedakteur in der Politik.
Redakteur in der Politik.
