menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Turek bleibt in Prag freies Radikal

15 0
24.02.2026

Kein Ministerposten : Turek bleibt in Prag freies Radikal

Beim Verhindern eines Ministers hat sich der tschechische Präsident Pavel durchgesetzt. Babiš hat er hingegen zum Regierungschef gemacht.

Als „Jugendsünden“ und „dummen schwarzen Humor“ hat Filip Turek Sprüche zu verharmlosen versucht, die sich gegen Frauen, Fremde und Homosexuelle gerichtet haben sollen. Gleichwohl hat der tschechische Politiker, der zunächst Außenminister, dann wenigstens Umweltminister in Prag werden wollte, die fraglichen Einträge auf seinen Social-Media-Accounts gelöscht.

Sein Pech, dass unabhängige Medien rechtzeitig Kopien davon gezogen haben. Nicht aus der Welt schaffen ließen sich außerdem Fotos, die ihn mit ausgestrecktem Arm oder mit Wehrmachtshelm zeigten.

Die Treuhandgesellschaft von Andrej Babiš

Kein Wunder, dass Präsident Petr Pavel den früheren Rennfahrer, dessen Popularität ein Treibriemen für den Einzug der Motoristenpartei ins Parlament war, partout nicht zum Minister ernennen wollte. Und in der Tschechischen Republik hat das Staatsoberhaupt eine recht starke Stellung, an ihm kommt man schwer vorbei. Turek bleibt nun freies Radikal.

Tschechische RepublikMotoristen verlieren Machtprobe mit Präsident Pavel

Treffen in MünchenWo Söder und Babiš eine gemeinsame Sprache finden

Munition für die UkraineBabiš zeigt sich als Pragmatiker – und Geschäftsmann

Jetzt hat er Agrofert in eine Treuhandkonstruktion überführt. Treugläubig muss man sein, um anzunehmen, dass damit Interessenkonflikte ausgeschlossen sind, wenn Regierungshandeln die Agrar- und Lebensmittelbranche betrifft.

Stephan LöwensteinRedakteur in der Politik.

Redakteur in der Politik.


© Frankfurter Allgemeine