Wehe, wenn die Langmut im Westen endet
Ost-West-Debatte : Wehe, wenn die Langmut im Westen endet
Vor den Wahlen befeuern gleich mehrere Parteien das ostdeutsche Sonderbewusstsein. Ihr eigennütziges Spiel ist gefährlich, vor allem für den Osten selbst.
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden wieder kräftig ostdeutsche Befindlichkeiten bewirtschaftet. Die Linkspartei listet auf ihren Veranstaltungen sämtliche echte und eingebildete Gravamina des Ostens auf. Die AfD wendet die Angelegenheit vom Materiellen ins Identitäre, indem sie die DDR-Hymne mitsingt und bildstark in Szene gesetzte Ausfahrten mit Simson-Mopeds unternimmt, dem ostdeutschen Easy Rider für die verlassenen Weiten zwischen Tangermünde und Schwerin. Das BSW kombiniert beide Ansätze auf Sahra Wagenknechts eigene, ruchlose Weise mit antiamerikanischen und antisemitischen Stereotypen.
Kaschiert wird das gerne mit der treuherzigen Beteuerung, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung müsse mit der Einteilung in Ossis und Wessis endlich Schluss sein. Man bejammert und beklagt die angebliche Spaltung in Ost und West – und verfestigt und vertieft sie zugleich.
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Auch Teile von CDU und SPD beteiligen sich an diesem Spiel. Der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Sven Schulze hat sich mit seinen thüringischen und sächsischen Amtskollegen Mario Voigt und Michael Kretschmer zusammengetan, um ebenso wie die ostdeutsche........
