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Hinter dem eigenen Anspruch

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22.03.2026

Frankfurt Skyliners : Hinter dem eigenen Anspruch

Die Frankfurt Skyliners haben das Siegen verlernt.  Am Trainer liegt es weniger als am Eigensinn eines Spielers. So geraten die Saisonziele des Basketball-Bundesligateams aus dem Blick.

Die Trainersuche scheint kein Thema bei den Frankfurt Skyliners zu werden. Blieben die Bedingungen so, werde er in der kommenden Basketballsaison weitermachen, kündigte Headcoach Klaus Perwas in der vergangenen Woche im Gespräch mit der F.A.Z. an. Es sei „alles entspannt“.

Das lässt sich im Hinblick auf die zuletzt erzielten Ergebnisse nicht sagen. Die Skyliners, die am Freitag 65:97 in Ludwigsburg verloren, haben das Siegen verlernt: Von den zurückliegenden sieben Spielen gewannen sie nur eins. Schafft Frankfurt in den verbleibenden neun Saisonbegegnungen nicht die Wende, wird es mit dem Einzug in die Bundesliga-Play-ins nichts werden. Und mit dem vom Team anvisierten einstelligen Tabellenplatz ebenfalls nichts.

Trainer Klaus Perwas ist unangetastet

Andernorts würde jetzt womöglich über die Neubesetzung des Trainerpostens nachgedacht. Aber nicht in Frankfurt. Denn im Trainerstab ist der 55 Jahre alte Perwas, der viele Jahre Ko-Trainer war, eine Institution. Er genießt mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung das Vertrauen der Klubführung.

Mit dem Weltmeister-Assistenzcoach sind die Skyliners auch einen Schritt nach vorne gekommen. Nach 25 absolvierten Ligaspielen besteht kaum noch eine Abstiegsgefahr; den Heidelbergern auf dem vorletzten Platz ist der Tabellendreizehnte vier Siege voraus. Ein oder zwei weitere bis Rundenende würden wohl reichen, um sich des Klassenverbleibs sicher sein zu können.

Jaedon LeDee schadet den Frankfurtern

Frankfurts Gefüge ins Wanken gebracht hat Jaedon LeDee mit seinem Eigensinn. Der beste Skyliners-Spieler und Topscorer will offenbar seinen Vereinswechsel zu einem Euroleague-Verein, bei dem er bessere Verdienstmöglichkeiten hätte, erzwingen. Seit vier Partien leistet der 26 Jahre alte Amerikaner keinen Dienst mehr zum Schaden seines Arbeitgebers. Ein einzigartiger Vorgang in dieser Spielzeit.

Spielerisch beschäftigen die Skyliners zwei wesentliche Probleme: Ihre Leistungsschwankungen sind zu groß. Außerdem haben sie jeweils in der Schlussphase einer Begegnung zu oft ihre Nerven nicht im Griff. Knappe Niederlagen wie gegen Trier, Braunschweig und Oldenburg hätten der „Seele und dem Selbstvertrauen nicht gutgetan“, sagt Perwas. „Das macht etwas mit der Mannschaft.“

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Legt das ziemlich junge und vergleichsweise unerfahrene Team an Härte und mentaler Stärke in spielentscheidenden Momenten zu, hat es den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gemacht. Aktuell arbeitet Perwas daran, dass seine Spieler in den Schlussminuten variabler agieren, musste er doch feststellen, dass sie dann „zu statisch“ spielten.

Nach der höchsten Saisonniederlage in Heidelberg will der Trainer den „Reset-Button drücken“. Auf Mallorca. Seit Sonntag haben die Skyliners in Spanien ein Trainingslager bezogen. Auf Klaus Perwas wartet viel Arbeit, damit das Team seinen Ansprüchen wieder gerecht werden kann.

Jörg DanielsRedakteur in der Sportredaktion

Redakteur in der Sportredaktion

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