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Die FDP im postliberalen Zeitalter

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30.05.2026

Wahl Kubickis : Die FDP im postliberalen Zeitalter

Will Wolfgang Kubicki seine Partei wieder zum Erfolg führen, muss er erkennen, wo der Liberalismus über das Ziel hinausgeschossen ist. Dann kann die FDP als Alternative der Mitte wiederauferstehen.

Wolfgang Kubicki, der an diesem Wochenende zum FDP-Vorsitzenden gewählt werden will, hat sich nie als Intellektueller ausgegeben. Wenn er Bücher schreibt, beginnt er Kapitel schon mal mit dem Satz: Kommen wir gleich zu Sache. Gleichwohl wird er als oberster Liberaler die großen Linien bedenken müssen, will er seine Partei zurück zum Erfolg führen. Auch der bestechendste Werbeträger wird versagen, wenn seine Marke nicht mehr in die Zeit passt.

Eben dies steht zur Debatte. Im gesamten Westen wird der Abschied von der „liberalen Demokratie“ besungen oder beklagt. Ihre Hochphase ist zweifellos vorüber. Sie begann in den achtziger Jahren, als Margaret Thatcher und Ronald Reagan das Zeitalter der wirtschaftlichen Deregulierung einleiteten. Schon im Jahrzehnt davor hatten die reformistischen Linken, die in Amerika als „Liberals“ firmieren, mit der Deregulierung sozialer Normen begonnen. Beide Entwicklungen wurden in den Jahrzehnten danach mehr oder weniger zum Mainstream westlicher Politik, der von Mitte-links- wie von Mitte-rechts-Regierungen in Schattierungen umgesetzt wurde.

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