So wird Indien zum „Wunschpartner“
Indiens Wachstumchancen sind riesig – das weiß auch Friedrich Merz. Doch die deutsche Wirtschaft mag an den Aufstieg des Landes nicht recht glauben. Zu Recht?
Vielleicht war es nicht nur eine Geste der Wertschätzung, dass Friedrich Merz in Indien nicht in der Hauptstadt, sondern in der Heimat von Ministerpräsident Narendra Modi empfangen wurde. In Delhi hätte dem Kanzler womöglich Gefahr gedroht. Dort sorgen diesen Winter nicht nur Hustenanfälle, Atemnot, Augenbrennen und überfüllte Notaufnahmen für Zorn, wenn der Feinstaubgehalt in der Luft das 200-fache des empfohlenen Grenzwerts überschreitet. Der Smog soll Studien zufolge nun auch noch antibiotikaresistente Bakterien verbreiten, die Medikamente unwirksam machen und Routineeingriffe im Operationssaal zum Hochrisiko werden lassen.
Die deutsche Delegation vor Indiens Präsidentenpalast in FFP2-Masken wäre keine Werbung für den Standort gewesen, den Merz zum „Wunschpartner“ Deutschlands erklärt hat. Weil in Zeiten geopolitischer Machtverschiebung China immer unberechenbarer wird, gilt eine Verlagerung der Geschäfte in die weltgrößte Demokratie vielen als sinnvoll. Doch deutsche Konzerne wollen dem bisher nicht folgen. Aus dem DAX waren unter den Merz begleitenden Managern nur die Chefs........
