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Zivilisationsbruch nicht nur im Nahverkehr

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09.02.2026

Nach dem Tod eines Zugbegleiters prüft der Rhein-Main-Verkehrsverbund den Einsatz von Bodycams. Die Ankündigung dokumentiert die wachsende Aggression und damit einen gesellschaftlichen Verfall.

Es ist eine Bankrotterklärung des zivilen Miteinanders, die sich hinter den nüchternen Ankündigungen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) verbirgt. Dass der Verbund nun, aufgeschreckt durch den Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz, über den Test von Bodycams und Risikobewertungen spricht, ist leider notwendig. Ein Arbeitgeber muss seine Mitarbeiter schützen. Doch dass diese Vorkehrungen überhaupt nötig sind, wirft ein Schlaglicht auf einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Defekt.

Der RMV spricht von einer Zunahme der Übergriffe, von einer „Tendenz zu immer brutalerem Vorgehen“. Dass heute auch noch zugetreten wird, wenn das Opfer schon am Boden........

© Frankfurter Allgemeine