Soll die Buchbranche sich jetzt selbst bespitzeln?
deutscher Verlagspreis : Soll die Buchbranche sich jetzt selbst bespitzeln?
Der Schriftstellerverband protestiert gegen das Vetorecht, das der Kulturstaatsminister beim Deutschen Verlagspreis beansprucht. Das hatte Weimers Amt indes schon immer. Was bedenklich stimmt, ist die neue Rolle des Börsenvereins.
Protest wird laut! Vom „Verband deutscher Schriftsteller*innen“ (VS). Das geschieht häufig, aber wogegen diesmal? Gegen ein Vetorecht des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), also des Kulturstaatsministers, beim Deutschen Verlagspreis: „Wolfram Weimer greift die Unabhängigkeit der literarischen und verlegerischen Landschaft an, sein Verhalten wirft erneut grundsätzliche Fragen nach der Rolle des Staates in kulturellen Förderentscheidungen auf.“ Doch wäre man ehrlich, müsste es heißen: auch Fragen nach der Rolle anderer Institutionen dabei.
Es ist bald eine Woche her, dass Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, dem Deutschlandfunk ein Interview zur Neuausgestaltung des Deutschen Verlagspreises gab. Guggolz’ Institution ist gemeinsam mit der Kurt-Wolff-Stiftung (einem Interessenverbund unabhängiger Verlage) Partner des BKM bei Auslobung und Verleihung sowohl des Deutschen Verlagspreises als auch des Deutschen Buchhandlungspreises.
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