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Mal wieder ein echter Merz

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Mal wieder ein echter Merz: Warum die Renten-Aussage des Kanzlers erneut für Empörung sorgt

Mal wieder ein echter Merz

Der Bundeskanzler hat mal wieder einen rausgehauen und die Bürger mit seiner Ansage zur Rente verunsichert. Ungeschickter hätte er das Thema Reform der Altersvorsorge nicht einfliegen können.

Beim Bundesverband der Banken hat sich Kanzler Friedrich Merz offensichtlich eine Spur zu wohl oder zu sicher gefühlt. Das sind stets seine gefährlichen Momente. Gefährlich für ihn, für sein Ansehen und für die Umfragewerte der Regierung. Er haut dann gerne mal einen raus. So auch in dieser Woche, als er zum Thema Alterssicherung formulierte, dass die gesetzliche Rente künftig „allenfalls noch“ eine „Basissicherung“ sein könne. Ein echter Merz!

Inhaltlich hat der Kanzler vollkommen recht. Seit mehr als 20 Jahren ist bekannt, dass die gesetzliche Rente angesichts einer alternden Bevölkerung immer weniger als alleinige Einkunftsquelle taugt, im Alter die eigene Existenz gar Wohlstand zu sichern. Aus diesem Grund gibt es unter anderem die nun reformierte Riester-Rente, Betriebsrenten, vermögenswirksame Leistungen und staatliche Unterstützung beim Eigenheimkauf. Trotz staatlicher Hilfen schaffen es nicht alle Menschen, für das Alter zusätzlich privat vorzusorgen. Die einen, weil sie im Hier und Jetzt jeden Euro zum Leben benötigen. Die anderen, weil sie zu sorglos sind.

Republik ächzt unter Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen

Was die Wortwahl und den Zeitpunkt des Kanzlers angeht, hätte er das Thema Rentenreform nicht ungeschickter einfliegen können. „Allenfalls noch“ klingt danach, als zweifele Merz grundsätzlich an der gesetzlichen Rente. Der Ausdruck „Basissicherung“ wiederum versprüht den Charme von Sozialhilfe.

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Zudem ächzt die Republik gerade unter den angekündigten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Da lässt eine Allenfalls-noch-Absage an die Rente bei den Bürgerinnen und Bürgern den Verdacht aufkommen: Das läuft hier alles gegen uns. Nicht zuletzt: Der erste Aufschlag zur Rente liegt in der Hoheit von SPD-Sozialministerin Bärbel Bas. Auch das sollte Merz respektieren.


© Dresdner Neueste Nachrichten