Wer Zivilisten angreift, handelt verantwortungslos
170 Tote bei Angriff auf Mädchenschule im Iran – neue Hinweise führen zu den USA
Wer Zivilisten angreift, handelt verantwortungslos
Die Hinweise, dass die USA für den tödlichen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran verantwortlich sind, verdichten sich. Wer einen Krieg auslöst, sollte sicherstellen, dass keine Zivilisten getroffen werden - das ist das Mindeste.
Einer der bittersten Begriffe in Kriegen ist: Kollateralschaden. Es ist eine bürokratische Umschreibung dessen, was nicht sein darf – dass Zivilisten bei Angriffen sterben. Das Völkerrecht verbietet solche Angriffe. Bekämpft werden dürfen nur militärische Ziele.
Eine Mädchenschule ist mit Sicherheit kein solches militärisches Ziel. Der Angriff auf eine solche Schule am ersten Tag des Iran-Kriegs, bei dem rund 170 Menschen starben, darunter viele Kinder, hätte also nicht erfolgen dürfen.
Es ist kein Wunder, dass alle Kriegsparteien – USA, Israel wie Iran – die Urheberschaft erst einmal vehement abstritten und sich gegenseitig die Schuld zuwiesen.
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Außerhalb des Völkerrechts
Nun gibt es offenbar sehr deutliche Hinweise darauf, dass die USA und damit letztlich ihr Präsident Donald Trump verantwortlich sind für diesen Beschuss und für diese Toten. Veraltete Daten könnten der Grund gewesen sein, an der Stelle der Schule stand demnach bis vor einigen Jahren eine Militäreinrichtung.
Schon mit dem Angriff auf den Iran an sich stellen sich die USA, hier an der Seite Israels, außerhalb des Völkerrechts – die Grausamkeit des iranischen Regimes, das seine Macht auf Unterdrückung baut, ändert daran nichts.
Wer sich dennoch bewusst für einen solchen Krieg entscheidet, muss wenigstens dafür sorgen, so gut vorbereitet zu sein, dass Bomben und Raketen nicht auf Kinder fallen und auch nicht auf andere Zivilisten.
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Wer dies nicht tut, zeigt sich plan-, verantwortungs- und skrupellos. Wer dies nicht tut, liefert Kriegsherren weltweit eine weitere Rechtfertigung für grenzenloses Wüten.
Der Iran nimmt bei seinen Angriffen auf Golfstaaten auch zivile Ziele ins Visier. Er platziert Militäranlagen zum Teil bewusst in der Nähe ziviler Einrichtungen.
Beides ist genauso verurteilenswert, aber keine Entschuldigung. Die wäre mindestens fällig. Auch wenn es die toten Kinder nicht wieder lebendig macht.
