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Zeitreise in den Wahnsinn

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30.06.2026

Es gibt Filme, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis einbrennen. Terry Gilliams 12 Monkeys gehört ganz sicher in diese Rubrik – und wenn man Jahre später erfährt, dass daraus eine Serie entstanden ist, stellt sich zuerst die Frage: Soll ich mich darauf einlassen? Denn nicht jede Serienadaption wird der Kraft und Faszination eines großen Originals gerecht.

Negativbeispiele findet man zuhauf:  Serien wie Minority Report, Training Day, Taken, The Exorcist oder Rush Hour wirken vor allem wie der Versuch, bekannte Namen noch einmal zu verwerten, ohne die besondere Magie des Originals auch nur annähernd zu erreichen.

Manche Serien schaffen es hingegen, eine Vorlage sinnvoll weiterzudenken und ihr neue Facetten abzugewinnen. So entwickeln Fargo, Westworld, What we do in the shadows, Cobra Kai und Stargate  eigenständige Welten, die über den ursprünglichen Film hinausreichen.

Wo ist 12 Monkeys zwischen diesen beiden Polen zu verorten?

Ich habe mir in den vergangenen Wochen sowohl den Film (geschätzt zum 20-sten Mal) als auch die gleichnamige Serie – auf die ich zufällig beim Stöbern durch den Apple-TV-Katalog stieß – angeschaut.

Ein ehemaliger Monty Python sieht die Zukunft düster

Terry Gilliam war immer ein Fremdkörper im Hollywood-System. Während andere Regisseure Zukunftsvisionen mit Technik, Helden und klaren Erlösungsgeschichten erzählten, interessierte sich Gilliam für das Gegenteil: kaputte Systeme, überforderte Menschen und Welten, in denen Vernunft und Wahnsinn kaum noch auseinanderzuhalten sind.

Seine Filme sind geprägt von einer ganz eigenen Bildsprache: überbordende Architektur, groteske Maschinen, kafkaeske Bürokratien und Figuren, die gegen übermächtige Apparate ankämpfen. Aus dem anarchischen Humor seiner Zeit bei Monty Python entwickelte Gilliam ein Kino, das gleichzeitig komisch, tragisch und zutiefst melancholisch ist.

Mit Produktionen wie Brazil, Die Abenteuer des Baron Münchhausen oder später Fear and Loathing in Las Vegas wurde er zum Meister des filmischen Ausnahmezustands.

Doch vielleicht findet sich die perfekte Balance all dieser Themen in keinem seiner Werke so eindrucksvoll wie in „12 Monkeys“.

Vom Kurzfilm zum Zeitreise-Albtraum

Die Geschichte basiert lose auf dem französischen........

© Die Kolumnisten