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Aller guten Dinge sind vier

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01.07.2026

Im vierten Anlauf hat es Keiko Fujimori endlich geschafft: Peru wählt erstmals eine Frau ins Präsidentenamt – und ausgerechnet die Tochter des Mannes, dessen politisches Erbe das Land bis heute spaltet.

Vierzigtausend Stimmen. So viel trennte am Wahlabend des 7. Juni die Frau, die Peru seit fünfzehn Jahren mit fast rührender Verlässlichkeit immer knapp verfehlt, von dem Amt, das einst schon ihr Vater innehatte. Am Ende waren es, nach zähen Wochen der Nachzählung, gut 0,24 Prozentpunkte – ein Vorsprung so dünn, dass man ihn fast für eine Verwechslung halten möchte. Die 51-Jährige kam auf 50,13 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt des südamerikanischen Landes mehr als drei Wochen nach der Stichwahl mitteilte. Keiko Sofía Fujimori Higuchi, 51, wird damit Perus erste Präsidentin. Nach acht Staatschefs in zehn Jahren, von denen keiner eine volle Amtszeit überlebte, klingt das beinahe wie eine Erfolgsgeschichte. Und da peruanische Präsidentschaften gelegentlich hinter Gittern enden. Keiko hatte wenigstens schon vor Amtsantritt Erfahrung mit Untersuchungshaft gemacht. Gut für sie, wenn sie das Soll vieler peruanischer Staatschefs der jüngsten Zeit damit schon erfüllt hätte.

Ihr Gegner Roberto Sánchez, der das politische Erbe des wegen Putschversuchs verurteilten Linkspopulisten Pedro Castillo verwaltet, erkennt das Wahlergebnis allerdings bis heute nicht an. Er spricht von Wahlbetrug, fordert Neuauszählungen für 1.751 Wahltische in Lima und sammelte dafür Spenden über die Bezahl-App Yape – Demokratie im Mikrofinanzierungsformat. Es ist eine Pointe von beinahe klassischer Symmetrie, dass Fujimori, die 2021 nach ihrer knappen Niederlage gegen Castillo monatelang „Unregelmäßigkeiten“ witterte, nun selbst Opfer derselben Rhetorik wird. Die Wahrheit liegt, wie meist in Peru, irgendwo zwischen Stimmbezirk und Verschwörungstheorie: Während Sánchez im indigen geprägten Süden klar führt, hat Fujimori die Auslandsperuaner mit über 63 Prozent regelrecht eingesammelt. Auch in der Hauptstadt Lima konnte sie abräumen.

Die Tochter, die Erste Dame war, bevor sie........

© Die Kolumnisten