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Endlich mal für etwas sein: Deutschland hat Lust auf Olympia

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20.04.2026

Endlich mal für etwas sein: Deutschland hat Lust auf Olympia

Endlich mal für etwas sein: Deutschland hat Lust auf Olympia

Die Befragungen der Bevölkerung in den möglichen deutschen Olympia-Austragungsregionen zeugen von großer Zustimmung für die Weltspiele des Sports hierzulande. Die Chancen, die sich daraus ergeben, gehen weit über den Sport hinaus.

München hat Konkurrenz im innerdeutschen Ringen um eine Olympia-Bewerbung erhalten. Auch die Ergebnisse der Befragungen in Nordrhein-Westfalen mit dem Hauptstandort Köln sowie in Kiel für das Segel-Quartier haben eindrucksvoll eine neue Lust auf Olympische Spiele hierzulande bewiesen. Zur Erinnerung: Die vorherigen Versuche in München für die Winterspiele 2022 und Hamburg für die Sommerspiele 2034 waren am Unwillen der Bevölkerung gescheitert. Zu teuer, zu intransparent, hieß es damals vor allem.

Untypischer Stimmungswechsel: von negativ zu positiv

Die Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 veranstalten zu wollen, hat bei den bisherigen Abstimmungen in den möglichen Bewerberstädten nun Zustimmungswerte von etwa zwei Dritteln hervorgebracht. Das ist ein für diese Epoche untypischer Stimmungswechsel vom Negativen zum Positiven, der jetzt vom organisierten Sport und der Sportpolitik genutzt werden muss.

Der Auftrag ist erstaunlich klar: Die Deutschen wünschen sich mit großer Mehrheit Olympische Sommerspiele im eigenen Land. Mehr noch: Diese große Mehrheit hat sich in Zeiten, in denen es zum guten Ton gehört, gegen alles Mögliche zu sein, für etwas entschieden. Man will endlich mal wieder etwas - und ist nicht verbunden in Unwillen und Protest.

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Die Perspektiven dieses olympischen Meinungsbildes gehen dabei über die schnöde Austragung eines sportlichen Megaereignisses hinaus. Hier kann im besten Fall positiver Schwung in die gesamte Gesellschaft gebracht werden: Infrastruktur müsste erneuert oder aufgebaut werden, der Sport erhielte die finanzielle und strukturelle Aufmerksamkeit, die er verdient.

Und Deutschland hätte mal wieder ein positiv konnotiertes Ziel und eine gemeinsame Aufgabe. Das allein ist in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Fragmentierung schon etwas wert.


© Die Harke