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Ist das Kopftuchverbot im Interesse der Mädchen? Ein Pro & Kontra

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01.10.2026

Marlies Ettl von Terre des Femmes Österreich hält in ihrem Gastkommentar die Einführung des Kopftuchverbots für sinnvoll wie notwendig. Lehrerin Sophie Amon widerspricht in ihrem Gastbeitrag vehement.

Welche Freiheit schulden wir Mädchen?

Warum ich gerade als Feministin für das Kinderkopftuchverbot bin

Das Kopftuchverbot in Schulen wird als Symbolpolitik kritisiert. Es beseitige weder patriarchale Familienstrukturen noch religiösen Druck, stigmatisiere muslimische Mädchen und sei paternalistisch. Dabei wird auf die Selbstbestimmung der Mädchen verwiesen, die es tragen wollen. Aber was ist mit jenen, die es nicht wollen?

Als Direktorin einer Wiener berufsbildenden höheren Schule habe ich erlebt, wie schwierig diese Frage ist. Eine Schülerin kam zur Aufnahme ohne Kopftuch, zu Schulbeginn trug sie eines. Später wollte sie es ablegen. Doch selbst auf unserer geschützten Schulterrasse geriet sie ohne Kopftuch in Panik: Allah könne ihr Haar sehen. Ihr Wunsch, das Tuch abzulegen, war real. Ihre Angst ebenso.

Ein Mädchen kann etwas selbst wollen und trotzdem gelernt haben, dass die Alternative falsch, unsittlich oder verboten ist. Das macht die Berufung auf Freiwilligkeit bei Kindern so schwierig. Feminismus hinterfragt Vorgaben darüber, wie Frauen und Mädchen auszusehen und sich zu verhalten haben. Warum sollten wir diesen kritischen Blick ablegen, sobald das Gebot religiös begründet wird?

Das Kinderkopftuch betrifft Mädchen, weil sie Mädchen sind. Dahinter steht die Vorstellung, der weibliche Körper müsse vor männlichen Blicken bedeckt werden. Ein Bub muss sein Haar nicht verbergen. Das unterscheidet das Kopftuch von Kreuz oder Kippa. Aber auch die Burschen gehören in diese Debatte: Nicht........

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