Drei Jahre Krieg im Sudan : Das Schutzversprechen darf kein Lippenbekenntnis sein
Seit drei Jahren findet im Sudan einer der brutalsten Kriege weltweit statt. Fast 14 Millionen Menschen hat er vertrieben, mehr als 33 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Wenn an diesem Mittwoch Regierungen in Berlin zur dritten Sudan-Konferenz zusammenkommen, darf es keine weiteren Lippenbekenntnisse geben.
Zu Recht hält die Bundesregierung die Wahrung des Völkerrechts, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Aufstockung humanitärer Hilfe hoch.
Parnian Parvanta ist seit 2023 die Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Deutschland. Als Gynäkologin war sie mit der Hilfsorganisation in zahlreichen Einsätzen, unter anderem in der Zentralafrikanischen Republik, Indien, Nigeria und im Irak.
Es sind genau diese Prinzipien, die die internationale Gemeinschaft seit Kriegsbeginn stets anmahnt. Und es sind genau diese Appelle, die immer wieder verhallen, solange die Täter von Völkerrechtsbrüchen nicht zur Rechenschaft gezogen werden und Bekenntnisse zum Schutz von Menschen nur leere Worthülsen sind.
Drei Jahre Kämpfe, Hunger und Not
Der Ausgangspunkt: Nach dem Sturz des Diktators Omar al-Baschir im April 2019 übernahm das Militär die Macht im Sudan. Seither ist General Abdel Fattah Al-Burhan De-Facto-Staatsoberhaupt. Sein Vize wurde der Warlord Mohammed Hamdan Dagalo (genannt „Hemeti“), Chef der paramilitärischen „Rapid Support Forces“ RSF.
Der Konflikt: Eigentlich sollte die RSF-Miliz........
