Zunahme von Sexualdelikten: Es braucht endlich einen ehrlichen Blick – auch auf die Herkunft der Täter
Die Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist immer auch eine Wasserstandsmeldung über den Zustand der deutschen Gesellschaft. Denn Gewalt, egal in welcher Form, ist einer der klarsten Indikatoren dafür, dass etwas nicht stimmt. Niemand bedroht, mordet, raubt, betrügt oder schlägt aus dem Nichts. Die Gründe sind so heterogen wie die Gesellschaft selbst. Und letzten Endes ihr Abbild.
Vor diesem Hintergrund sind die am Montag von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgestellten Zahlen nichts anderes als schockierend. Sicher, die Kriminalitätsrate ging im vergangenen Jahr leicht zurück. Gleichzeitig nahmen jedoch die registrierten Fälle von sexueller Nötigung, sexueller Belästigung und Vergewaltigung gegenüber Frauen um fast neun Prozent zu.
Dennis Pohl ist Korrespondent im Hauptstadtbüro des Tagesspiegels.
So paradox es klingt: Dass diese Fälle bekannt werden, muss per se keine schlechte Nachricht sein. In den vergangenen Jahren ist die Sensibilität bezüglich Gewalt gegen Frauen gewachsen, mehr Betroffene trauen sich, Straftaten anzuzeigen. Und sie treffen dabei auf eine Polizei, die sie inzwischen ernstnimmt.
Frauen ermutigt, nicht zu schweigen
Das ist auch dem unermüdlichen........
