Schüler streiten um Wehrdienst: „Null Bock“? Das stimmt doch gar nicht
Das reale Leben ist oft viel spannender, als der erste Anschein vermuten lässt. Das zeigt ein Streitgespräch von Schülerinnen und Schülern des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Berlin mit Jan Stöß, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, und Ulrich Klotzek, Kriegsdienstverweigerer und Friedensaktivist, über Wehrdienst und Wehrpflicht.
Die Debatte verläuft anders, als der Einladungstext vermuten ließ. „Niemand hat Bock auf Kaserne“, heißt es da. Viele Schüler treibe die „Sorge vor Zwang und Schießbefehl“ um.
Die Schüler eines Großstadt-Gymnasiums haben eine kritischere Distanz zum Wehrdienst als Jugendliche generell in Deutschland.
Die Schüler eines Großstadt-Gymnasiums haben eine kritischere Distanz zum Wehrdienst als Jugendliche generell in Deutschland.
Christoph von Marschall ist Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion. Er hat im Kalten Krieg Wehrdienst geleistet und anderthalb Jahre im kommunistischen Polen studiert.
Tatsächlich entwickelt sich ein eindrucksvolles Gespräch über die Widersprüche, mit denen die junge Generation ringt: Ihre Freiheit ist ihnen viel wert. Sie wollen, dass sie geschützt und verteidigt wird. Nur: Wer tut es und unter welchen Bedingungen?
Nur 3,7 Prozent wollen freiwillig dienen
Im Dezember hat der Bundestag das Gesetz über den neuen Wehrdienst verabschiedet. Junge Männer ab Jahrgang 2008 erhalten nach ihrem 18. Geburtstag einen Fragebogen zur Wehrerfassung. Den müssen sie ausfüllen, junge Frauen nicht.
Der Wehrdienst bleibt für beide Geschlechter zunächst freiwillig. Wenn sich jedoch nicht genug Freiwillige melden, damit die Bundeswehr ihre Aufwuchsziele........
