Berlinale Berlinale | Zu wenig Stars, dafür Filmrausch für alle? Fünf Mythen über die Berlinale
Von allen Selbstbeschreibungen, die die Berlinale schon seit ihrer Gründung im Jahr 1951 begleiten, ist die, ein Publikumsfestival zu sein, vielleicht die älteste – und wahrste! In Cannes werden gar keine Tickets verkauft, nur Einladungen und Akkreditierungen vergeben. In Venedig findet das Festival fast ausschließlich in Kinosälen statt, die einzig zur Festivalzeit aufgemacht oder gar provisorisch errichtet werden.
Nur in Berlin stellt eine Vielzahl von „echten“ Kinos, verteilt über die ganze Stadt, für zehn Tage den Normalbetrieb ein, um ausschließlich Festivalfilme zu zeigen. Außerhalb der Pressevorführungen gehören die Vorstellungen hier weniger dem Fachpublikum als der breiten Öffentlichkeit. Es ist ein Filmrausch, der ansteckend wirkt – gerade weil die jeweiligen Besucher bei jedem Screening andere sind. Und sie kommen tatsächlich mehr wegen des jeweiligen Films, als um an irgendeinem Glamour teilzuhaben. Für 2025 meldete die Berlinale rund 335.000 verkaufte Tickets, das macht ihr so schnell kein anderes Festival nach.
Es ist ein Etikett, mit dem die Berlinale heute noch gern hausieren geht: eine besondere Verbindung zu den osteuropäischen Nachbarn zu pflegen. Man siedelt den Anspruch gern bereits in den „Frontstadt-Jahren“ von Westberlin an, als hätte er sich........
