Debatte über Kunstfreiheit in Berlin: Eingangs erklingt die DDR-Nationalhymne
Das muss eine erstaunliche Veranstaltung sein, wenn zu Beginn nicht nur die Nationalhymne der DDR, sondern auch die der BRD, die nun die gesamtdeutsche ist, und dann auch noch Hanns Eislers Kinderhymne („Anmut sparet nicht noch Mühe“, Text Bertolt Brecht) erklingen, intoniert von Studierenden der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Es ist dies ein dem Thema angemessener Einstieg in den Diskurs zur Freiheit der Kunst: Nationalhymnen sind Auftragswerke, Paradebeispiele für staatliche Einflussnahme. Wie es um die Kunstfreiheit steht, wenn sie von staatlicher Förderung abhängig ist, ist aber nur ein Thema an diesem Montagabend in Berlin-Mitte.
Auf dem Podium sitzen die Künstlerin Hito Steyerl, der Philosoph Christoph Menke sowie zwei Lehrer von der Hanns-Eisler-Hochschule, der Philosoph Richard David Precht und der Komponist Jörg Mainka. „Wird noch gefördert, was gesellschaftlich provokativ oder streitbar ist?“, will Richard David Precht von Hito Steyerl wissen. Viele Künstlerinnen und Künstler hätten gar keine Motivation mehr, bei diesem „Krawallspektakel“ mitzuhalten, antwortet sie. Es gebe eine starke Konkurrenz durch Politik-Entertainer wie Donald Trump oder Elon Musk, die sich selbst Mitteln der Performance-Kunst bedienen. Zudem habe es in den letzten Jahren oft eine Zurückhaltung bei Förderstellen gegeben, aus Angst vor Shitstorms oder Skandalen. Aber: „Das Problem löst sich derzeit oft dadurch, dass schlicht gar nichts........
