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Duell zweier Freunde: Was Union-Trainer Baumgart und Thioune verbindet

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05.03.2026

Seit vielen Wochen hatte es sich angebahnt, jetzt ist der Verbandswechsel von Rani Khedira offiziell. „Der tunesische Fußballverband fühlt sich geehrt, Sportpublikum und Medienvertreter darüber zu informieren, dass die Fifa heute offiziell den Wechsel der sportlichen Zugehörigkeit von Spieler Rani Khedira genehmigt hat“, hieß es am Donnerstag auf dem offiziellen Account der Nordafrikaner. Die Social-Media-Abteilung hatte sich gar die Mühe gemacht, eine Fotomontage anzufertigen, die den 32-Jährigen im Gladiatoren-Outfit und mit einem Adler auf der linken Schulter zeigt.

Die Nationalmannschaft darf sich also womöglich auch im Sommer bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada auf einen prominenten Neuzugang freuen. Sein Debüt wird Khedira aller Voraussicht nach in der im März anstehenden Länderspielpause feiern.

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Bis dahin allerdings wartet auf den Vize-Kapitän des 1. FC Union Berlin das knallharte Tagesgeschäft in der Fußball-Bundesliga. Drei Partien müssen die Köpenicker noch bis zum nächsten Treffen der Nationalmannschaften absolvieren, die erste am Sonntag (17.30 Uhr), wenn der SV Werder Bremen zu Gast im Stadion An der Alten Försterei sein wird. Die Gäste haben am vergangenen Wochenende eine 13 Spiele andauernde Negativserie mit dem 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim beendet und sich damit im Abstiegskampf zurückgemeldet.

In genau diesen wollen die Köpenicker nicht abrutschen. Den 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen konnte die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart bei der zurückliegenden 0:1-Niederlage in Mönchengladbach nicht veredeln. Dementsprechend gedämpft war die Stimmung nicht nur unmittelbar nach Abpfiff, sondern auch noch zu Beginn dieser Woche. Vom „wahrscheinlich schlechtesten Saisonspiel“ hatte Khedira noch auf dem Rasen des Borussia-Parks gesprochen, ziemlich desillusioniert von der Leistung, die seine Mitspieler und er in den 90 Minuten zuvor auf den Rasen gebracht hatten.

Andrej Ilic rückt bei Union wieder in die Startelf

Gegen Bremen soll nun also abermals der Turnaround auf der Anzeigetafel gelingen. Bei einem Sieg würde der Vorsprung auf den Relegationsplatz nach dem 25. Spieltag mindestens acht, womöglich sogar neun Punkte betragen. Bei dann noch neun ausstehenden Spielen dürfte dieses Polster wohl ausreichen, um entspannter in die kommenden Wochen gehen zu können. Bei einer Niederlage allerdings könnte der Vorsprung auf Rang 16 im ungünstigsten Fall nur noch drei Zähler betragen. Die Formulierung Sechs-Punkte-Spiel ist zwar abgedroschen, in diesem Fall allerdings gar nicht so untreffend.

Ein möglicher Vorteil für die Gastgeber: Andrej Ilic ist nach Gelbsperre zurück und wird wieder in die Startelf rutschen. Zwar hat der Serbe in der laufenden Spielzeit selbst erst ein Tor erzielt, bei seinem Ausfall in Mönchengladbach wurde aber einmal mehr deutlich, dass sich die Berliner im Angriff ohne ihren Zielspieler schwertaten, überhaupt mal eine Torchance herauszuspielen. Oliver Burke, der von Woche zu Woche weniger ins Spiel eingebunden wirkt, wird gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber wohl von der Bank aus zusehen müssen.

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Im Hinspiel im Oktober vergangenen Jahres wurde der Gegner noch von Horst Steffen betreut, siegte damals durch ein Traumtor des Österreichers Marco Grüll mit 1:0. Einen Schub für die darauffolgenden Aufgaben gab Werder der Dreier aber nicht. In letzter Konsequenz wurde Steffen im Februar beurlaubt, Daniel Thioune übernahm. Wie sein Vorgänger auch, ist der 51-Jährige ein Neuling in der Bundesliga. Mit dem Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf spielte er in der 2. Bundesliga lange um den Aufstieg, schaffte den Sprung nach oben aber nicht.

Eine Verbindung zu Steffen Baumgart gibt es aus unzähligen direkten Duellen aber trotzdem. „Steffen und ich haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis. Wir sprechen auch auf privater Ebene miteinander, schreiben uns hin und wieder Nachrichten“, verriet Thioune vor einem Aufeinandertreffen zwischen seinem Ex-Klub Fortuna Düsseldorf und Baumgarts damaligem Arbeitgeber HSV. Die Bilanz der Übungsleiter gegeneinander ist übrigens ausgeglichen: Dreimal gewann Baumgart, dreimal Thioune.


© Berliner Zeitung