USA gegen den Iran: Es geht um die Zerstörung der Brics
Der Krieg der USA gegen den Iran ist kein Krieg gegen ein „Mullah-Regime“, sondern zielt direkt auf die Abwehr einer neuen, multipolaren Weltordnung. Eine solche zeigte gerade erste Konturen. Die Brics-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – hatten gerade damit begonnen, ein gemeinsames Zahlungssystem zu etablieren. Doch die US-Regierung ist entschlossen, den Erfolg eines von China geführten Staatenbundes als Gegengewicht zu den USA zu verhindern.
Sie setzt dazu auf alle ihr zur Verfügung stehenden Werkzeuge. Diese reichen von Krieg über Erpressung bis hin zur Unterwerfung. In der Führung der kommunistischen Partei Chinas scheint man sich bewusst zu sein, dass die Lage ernst ist. Während des Besuchs des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Peking beschwor der chinesische Präsident Xi Jinping die Achse mit Moskau und die Bedeutung der Brics-Staaten für eine multipolare Weltordnung gemäß der chinesischen Vorstellung.
Chinas Präsident Xi Jinping beschwört Achse mit Moskau
Xi sagte laut der staatlichen chinesischen Global Times, dass China und Russland ihre Zusammenarbeit stärken, einander vertrauen und sich gegenseitig unterstützen sollten. Die beiden Länder sollten ihre Zusammenarbeit in allen Bereichen ausbauen. Dabei sollten sie die Vorteile nutzen, die durch ihre Nähe und ihre unterschiedlichen Stärken entstehen. Außerdem sagte Xi, dass beide Länder mit anderen Staaten intensiv zusammenarbeiten sollten. Man wolle den Multilateralismus unterstützen, die Rolle der Vereinten Nationen stärken und enger in Gruppen wie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und den Brics-Staaten zusammenarbeiten. Ziel sei eine fairere und gerechtere Weltordnung.
Das Problem Chinas: Das Bemühen Moskaus, so viel Öl und Gas wie möglich nach China zu liefern, um die Ausfälle durch die Blockade der Straße von Hormus zu kompensieren, reicht nicht aus. Die Infrastruktur lässt es einfach nicht zu.
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China bezieht den Großteil seines Erdöls aus Saudi-Arabien mit etwa 18 Prozent, gefolgt von Russland mit 15 Prozent. Andere wichtige Lieferanten sind der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate, Brasilien und mit nur etwa fünf Prozent der Iran. Selbst wenn sich die USA und der Iran auf eine Regelung für die Straße von Hormus einigen, bleiben die Zerstörungen der Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten.
Grob gerechnet bezieht China aktuell etwas 35 Prozent seines Erdöls aus den Golfstaaten. Das können die Russen allein nicht ersetzen. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte China bereits nach der Übernahme von Venezuela angeboten, das fehlende Öl zu liefern. Für Peking kann das eine Option sein – unabhängig von der Betonung der Freundschaft mit Russland.
Trump hält die UNO für überflüssig
Trump spielt die Karte ganz offensiv, wie ein Posting auf seiner privaten Website Truth Social vom Mittwoch zeigte. Trump schrieb: „China ist sehr froh, dass ich die Straße von Hormus dauerhaft öffne. Ich mache das auch für sie – und für die ganze Welt. So eine Situation wird nie wieder passieren. Sie haben zugestimmt, keine Waffen mehr an den Iran zu liefern. Präsident Xi wird mich in ein paar Wochen herzlich umarmen, wenn ich dort ankomme. Wir arbeiten klug und sehr gut zusammen! Ist das nicht besser als kämpfen?“
Parallel zum Krieg haben sich die Amerikaner die internationalen Organisationen vorgenommen. Trump hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Vereinten Nationen für überflüssig hält. Seine vermeintliche „Kritik“ an der Nato dient ausschließlich dem Zweck, den Einfluss der Europäer im Bündnis zu minimieren. Mit seiner Beschimpfung des Papstes will er die auf den Philippinen, in Südkorea, Afrika und Lateinamerika aktive Weltkirche auf einen hinteren Platz verweisen. Indien darf zwar kommende Woche in Washington über einen Handelsdeal mit den USA verhandeln, wird jedoch gleichzeitig mit Ermittlungen wegen unfairer Handelspraktiken erpresst. Mit Südafrika sind die Beziehungen auf einem Tiefpunkt: Der südafrikanische Präsident Ramaphosa wurde bei einem Besuch im Weißen Haus von Trump öffentlich gedemütigt, der Botschafter wurde des Landes verwiesen, nachdem er Trump einen Rassisten genannt hatte. Südafrikanische Vermögen wurden konfisziert. Südafrika schickt nun, um Trump zu besänftigen, den weißen, früheren Apartheid-Politiker Roelf Meyer als Botschafter nach Washington.
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China ist noch nicht stark genug, um den wegen der Energiekrise schwer unter Druck geratenen Brics-Staaten und dem „Globalen Süden“ helfen zu können. Die Amerikaner wissen, dass das Fenster, China als Weltmacht zu verhindern, nicht ewig geöffnet ist. Daher erinnerte Trump die Welt am Mittwoch: „ABER VERGESST NICHT: Wenn es sein muss, können wir sehr gut kämpfen – besser als alle anderen!!!“
