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Miefig, gebraucht und mit Schweißflecken? Gen Z kauft jetzt Retro-Sportswear

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14.04.2026

Spaziert man heute in ein beliebiges Fitness- oder Pilatesstudio – relativ egal, wo auf der Welt –, so wird er einem entgegenschlagen: der belanglos kolorierte, bemüht athletische modische Einheitsbrei aus Synthetikfaser.

Besonders beliebt: pastellfarbene bis dunkel gehaltene Workout-Sets, bestehend aus einem bauchfreien Sport-BH und dazu passenden Leggings, die den zu trainierenden Körper mit zugleich stützendem wie elastischem Mikroplastik formen. Präzise platzierte Nähte und Waschungen meißeln Hinterteile teils so akkurat, dass Michelangelos David vor Neid erblassen würde.

Die Gym-Uniform der Selbstoptimierer

Es ist eine Fitnessstudio-Uniform, die gut zur verbissen-performativen Selbstoptimierungskultur der vergangenen Jahre passt. Wer in eines dieser Workout-Sets gekleidet ist, die bisweilen das Dreifache des monatlichen Fitnessstudio-Beitrags kosten, suggeriert: „Ich mache das nicht zum Spaß, das ist mein Lebensstil.“ Eine Rüstung aus Nylon, die einen beim Sehen und Gesehenwerden im Gym und im Internet unterstützt.

Begriffe wie „Pilates Princess“, die in den vergangenen Jahren auf Social Media aufgekommen sind, gaben dem Phänomen einen Namen: rosa und cremefarben gekleidete Frauen mit Stirnband und farblich passender Trinkflasche. Wollte man im Fitness-Kosmos nicht negativ auffallen, musste man in jedem Fall so oder so ähnlich gekleidet sein. Doch die Zeit der modischen Monotonie in den Gyms scheint nun vorbei zu sein. Jetzt kommt mit dem Retro-Sportswear-Trend die........

© Berliner Zeitung