Warum «zwee» und «zwo» im Dialekt langsam verschwinden
Warum «zwee» und «zwo» im Dialekt langsam verschwinden
Die Deutschschweizer Dialekte verlieren eine alte Besonderheit: Die Unterscheidung der Geschlechter beim Zahlwort «zwei» verschwindet über Generationen hinweg. Warum das so ist, erklärt Autor Adrian Leemann, Professor für Deutsche Soziolinguistik an der Universität Bern, in dieser Kolumne.
Zwei Frauen sind auf diesem Bild zu sehen, wenn man es auf Hochdeutsch beschreibt. Und auf Schweizerdeutsch?
Zwei Männer, zwei Frauen, zwei Kinder – wie sagen Sie das in Ihrem Dialekt? Heisst es bei Ihnen «zwee Manne, zwoo Froue, zwöi Chind»? Wer zu einer jüngeren Generation gehört, verwendet für alle vermutlich dasselbe Zahlwort: zwöi. Das war jedoch nicht immer so.
Wenn wir heute in der Mehrzahl sprechen, machen wir bei Begleitwörtern normalerweise keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. Sowohl auf Hochdeutsch (die Männer, die Frauen, die Kinder) als auch im Dialekt (d Manne, d Froue, d Chind) verwenden wir immer den gleichen Artikel. Auch wenn wir im Hochdeutschen ein Zahlwort verwenden, bleibt es einheitlich: Es heisst «zwei Männer, zwei Frauen, zwei Kinder».
Einige Dialekte – darunter die Deutschschweizer Mundarten........
