Die neue Mundartwelle: Wie das Handy unseren Schreibstil verändert
Die neue Mundartwelle: Wie das Handy unseren Schreibstil verändert
Welche Jahrgänge eher Hochdeutsch schreiben und wer lieber zum Dialekt wechselt, erklärt der Zofinger Adrian Leemann, Professor für Deutsche Soziolinguistik an der Universität Bern, in dieser Kolumne.
Sprechen auf Schweizerdeutsch, schreiben auf Hochdeutsch; dieses ungeschriebene Gesetz gelte heute nicht mehr, sagt Adrian Leemann.
Lange Zeit galt in der Deutschschweiz ein ungeschriebenes Gesetz: Gesprochen wird Mundart, geschrieben Hochdeutsch. Doch ein Blick aufs Smartphone zeigt, dass sich diese Trennung – zumindest in der informellen Alltagskommunikation – aufweicht. Für eine Studie haben wir 1013 Personen aus 127 Orten befragt, wer heute beim Chatten wie tippt.
Unsere Daten zeigen einen auffälligen Unterschied zwischen den Generationen: Während die älteren Jahrgänge (geb. 1940–1960) noch zu 60 Prozent am Hochdeutschen festhalten, hat sich dieses Bild bei der jüngeren Generation (geb. 1985–2002) komplett gedreht. Sie verfasst knapp 80 Prozent ihrer Kurznachrichten im Dialekt (siehe Karte).
Wer schreibt eher Schweizerdeutsch, wer eher Hochdeutsch?
Schaut man........
