Wie Migrantinnen im Libanon brutal ausgebeutet werden
Das Kafala-System im Libanon führt zu massiver Ausbeutung und Entrechtung äthiopischer Migrantinnen, besonders als Hausangestellte.
Rahel Zegeye und der Verein Mesewat bieten Unterstützung, Gemeinschaft und konkrete Hilfe für betroffene Frauen.
Trotz Diskriminierung und Missbrauch vernetzen sich immer mehr Migrantinnen, um sich gegen ausbeuterische Verhältnisse zu wehren.
2024: Rund 176.500 migrantische Arbeitskräfte im Libanon, 38 % aus Äthiopien 98 % der äthiopischen Migrant:innen sind Frauen
Kafala-System: Arbeitgeberwechsel nur mit Zustimmung des Bürgen möglich
Helenwork verdient aktuell 350 US-Dollar monatlich
Das Kafala-System im Libanon führt zu massiver Ausbeutung und Entrechtung äthiopischer Migrantinnen, besonders als Hausangestellte.
Rahel Zegeye und der Verein Mesewat bieten Unterstützung, Gemeinschaft und konkrete Hilfe für betroffene Frauen.
Trotz Diskriminierung und Missbrauch vernetzen sich immer mehr Migrantinnen, um sich gegen ausbeuterische Verhältnisse zu wehren.
2024: Rund 176.500 migrantische Arbeitskräfte im Libanon, 38 % aus Äthiopien 98 % der äthiopischen Migrant:innen sind Frauen
Kafala-System: Arbeitgeberwechsel nur mit Zustimmung des Bürgen möglich
Helenwork verdient aktuell 350 US-Dollar monatlich
„Das Kafala-System ist moderne Sklaverei“, Rahel Zegeye – große runde Ohrringe, die Lesebrille ins Haar geschoben – weiß, wovon sie spricht. Weil die Jobaussichten in Äthiopien schlecht waren, bestieg sie vor über zwanzig Jahren ein Flugzeug von Addis Abeba nach Beirut, um in der Hauptstadt des Libanon als Hausangestellte zu arbeiten.
Mehr für dich: Die ewige Debatte um das Kopftuch
Mit der Unterzeichnung ihres Arbeitsvertrags begab sich Zegeye in das Kafala-System. Kafala ist das arabische Wort für Bürgschaft: Kommt eine Arbeitsmigrantin in den Libanon, gilt ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis nur solange der Bürge sie anstellt. Endet der Vertrag oder verlässt sie ihren Arbeitgeber, droht die Abschiebung. Den Arbeitgeber zu wechseln ist ohne die Zustimmung des Bürgen nicht möglich. Der Arbeitnehmerschutz gilt im Kafala-System nicht.
Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hielten sich im Jahr 2024 rund 176.500 migrantische Arbeitskräfte im Libanon auf. Knapp die Hälfte aller Migrantinnen geben an, bei ihrem Arbeitgeber zu leben. Es ist daher wahrscheinlich, dass sie als Hausangestellte arbeiten. Die größte Gruppe stammt aus Äthiopien (38 Prozent) und setzt sich mit überwiegender Mehrheit aus Frauen zusammen (98 Prozent).
„Das Kafala-System schafft ein Machtgefälle, das von den Arbeitgebern schamlos ausgenutzt wird“, sagt Zegeye. Die Aktivistin und Filmemacherin kennt dutzende Fälle von verschleppten oder ausbleibenden Lohnzahlungen, ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und sexuellem Missbrauch. Vieles davon hat sie in ihrem Film Beirut verarbeitet.
Ihr derzeitiger Arbeitgeber behandelt sie fair und bezahle sie gut, sagt Zegeye: „Er ist wie ein Vater für........
