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Pro und Contra: Brauchen wir Latein im Stundenplan?

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07.02.2026

Im alten Rom würde man sagen: Die Würfel sind gefallen. Oder anders, sie rollen zumindest. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) hat vergangenen Herbst eine große Reform des Bildungssystems angekündigt und es dabei wohl auf das Schulfach Latein abgesehen. Seinen konkreten Plan präsentiert er zwar voraussichtlich erst im März, einige Details haben Ö1 und Kronen Zeitung jetzt schon erfahren. Mehr Medienkompetenz, KI- und Demokratiebildung, weniger Latein.

Von Seiten der Gewerkschaft hagelt es wegen der geplanten Lateinkürzung Kritik, Industriellenvertretung und Wirtschaftskammer zeigen sich dagegen erfreut. Die WZ-Redaktion hat sich der Lateinfrage angenommen und Eva Sager und Simon Plank zu einem Streitgespräch geschickt.

Ja, ich weiß, hic sedet Julia – aber Julia kann von mir aus … gehen. Es gibt für mich einfach keinen wirklich guten Grund dafür, dass es den Lateinunterricht noch braucht. Es ist und bleibt eine tote Sprache. Sprachen lernen ist super wichtig, ich bin selbst in Südtirol und deswegen praktisch zweisprachig aufgewachsen, aber das sind Sprachen, die ich aktiv in meinem Alltag nutzen kann – nicht nur am Friedhof, um Grabinschriften zu übersetzen.

Von vielen Seiten höre ich die Tage, dass Latein doch so ein guter Grundstein wäre, um neue Sprachen zu lernen. Man könne sich ja vor allem in romanischen Sprachen wie Spanisch oder........

© Wiener Zeitung