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Eine Lehre aus der Wal-Rettung: Anpacken, es geht doch!

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27.03.2026

Er schwimmt wieder im offenen Meer. Endlich in Freiheit. Noch ist der Wal vom Timmendorfer Strand nicht in sicheren Gefilden. Aber er hat eine Chance, seinen natürlichen Lebensraum zu erreichen. Den Atlantik. Nach all den düsteren Meldungen der letzten Wochen endlich mal eine schöne Nachricht. Vermutlich wird es Kritiker geben, die den hohen Einsatz von Küstenwacht, Feuerwehr, DLRG und Meeresbiologen als „zu teuer“ kritisieren. Aber das Schicksal des brummenden, festliegenden Meeressäugers hat die Herzen der Menschen gerührt. Zu Recht.

Da liegt ein dem Tode geweihtes Tier auf dem Sand und schaut uns mit großen Augen an. Das hat republikweit Mitleid geweckt. Seine spektakuläre Rettung mit menschlicher Hilfe bedeutet zweierlei. Sie schärft unseren Blick für die anderen Lebewesen auf dieser Erde. Sie beweist vorbildhaft den Respekt vor und das Mitgefühl mit Tieren. Deren Nutzung in der Massentierhaltung der Landwirtschaft muss immer wieder kritisch hinterfragt werden.

Handeln in einer schier aussichtslosen Situation – das geht

Der zweite Aspekt ist dieses Gefühl, dass man in einer schier aussichtslosen Lage doch handeln kann. Beherzt anpacken, rasch eingreifen, gemeinsam im Team arbeiten. Das geht doch. Man muss es probieren. Die Walretter haben das in der Lübecker Bucht getan. Deutschland leidet unter den Wirkungen von zwei Kriegen, die Industrie steckt in Turbulenzen, der Reformstau plagt die Nation. Es geht jetzt darum, schwierige Herausforderungen zu meistern. Deutschland kann das, wenn es auf den Teamgeist und den Gemeinsinn in der Gesellschaft vertraut. Die sind da. Die Rettung des Wales ist ein kleines Symbol dafür.


© Westfaelische Rundschau