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Demografie im Umbruch: Warum China, Japan und Singapur uns voraus sind

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06.05.2026

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Demografie im Umbruch: Warum China, Japan und Singapur uns voraus sind

06. Mai 2026 | Wolfgang Sachsenröder | Lesezeit: 7 Min.

Vergleich internationaler Strategien gegen Alterung: Arbeitsmarktintegration, flexible Renten und Pflege als Schlüssel zur Stabilität.

VON WOLFGANG SACHSENRÖDER, Singapur

Die Babyboomer haben die Spitze der Alterspyramide erreicht, der Anteil der über 65-jährigen geht inzwischen auf ein Viertel der Bevölkerung zu. Nach neuen Prognosen könnte er schon 2035 ein Drittel erreichen. Deutschland gehört damit zu den ältesten Gesellschaften weltweit, ist damit aber alles andere als allein. Das Schicksal der Überalterung trifft praktisch alle Industrieländer, dabei wird ein Ausgleich durch junge Zuwanderer zunehmend als Problem gesehen. Es braucht mehr als einzelne Maßnahmen, um Langlebigkeit und Wirtschaft in eine neue Balance zu bringen. Wo kann die Reise hingehen? Welche Lösungsansätze gibt es in anderen Ländern?

Die Lage in Deutschland

Die graphische Darstellung der Alterspyramide sah 1960 noch verblüffend ähnlich aus wie 1900, mehr Tannenbaum als Pyramide. Vierzig Jahre später war aus dem Tannenbaum schon eine Art Ball geworden, der Babyboomer-Bauch in der Mitte, die Alten und die Jungen unter 24 mit vergleichbaren Anteilen. Heute steht die Pyramide eindeutig auf dem Kopf, die Geburtenrate ist seit 1960 von 2,53 je Frau auf 1,35 gefallen. Gleichzeitig steigen die Lebenserwartung und auch die Krankheitskosten ständig weiter.

Bundeskanzler Merz will die Koalition jetzt auch bei den Renten zu Reformen zwingen, populär scheint das allerdings nicht zu werden. Der Gesamtverband der Versicherer berichtet in einer Studie mit dem Titel „7 Jahre länger“, dass ältere Menschen zunehmend als gesellschaftliche Last wahrgenommen werden. Steigende Mieten und Immobilienpreise sowie die Überlastung der Sozialsysteme heizen den latenten Generationenkonflikt an. In der Schweiz wird gerade geprüft, ob man aus den Einfamilienhäusern der Babyboomer mehr Wohnraum schaffen könnte. In Deutschland sind bei steigender Tendenz nur wenige über 65-jährige noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wenn doch, dann meistens in Teilzeit oder Minijobs. Die Aktivrente seit Januar ist ein richtiger Schritt in die Flexibilisierung der starren Altersgrenze, Erfolgszahlen stehen noch aus, aber die steigenden Lebenshaltungskosten sollten die Akzeptanz beflügeln.

Altwerden im Reich der Mitte

Das Durchschnittsalter der Chinesen liegt noch fünf Jahre unter dem Deutschen, aber der Ruhestand beginnt für Männer bereits mit 60 Jahren, für Frauen mit 55 und Arbeiterinnen mit 50. Wie überall sorgen die niedrige Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung für eine beschleunigte Alterung der Gesellschaft. Erwartet werden bis 2035 rund 400 Millionen alte Chinesen, mehr als die Bevölkerung der USA und Italiens zusammen.

Neben der Ein-Kind-Politik von 1979 bis 2015, die einen starken Männerüberschuss auslöste,........

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