Das Öl, das Putin wehtut: Wie Trump in Venezuela Moskaus Macht untergräbt
08. Januar 2026 | Oliver Stock
Russland stützte Venezuela, als es sonst niemand tat. Jetzt kommt genau diese Hilfe Moskau teuer zu stehen – wirtschaftlich und geopolitisch
VON OLIVER STOCK
Venezuela wird zu einer Schicksalsfrage Russlands. Denn Moskau steckt in einem Energie-Dilemma, das größer ist als jede einzelne Pipeline, die ins Leere geht. Präsident Wladimir Putin braucht hohe Ölpreise, politische Verbündete und verlässliche Absatzmärkte – und sieht sich zugleich mit einer Welt konfrontiert, in der einer der größten Energielieferanten im großen Stil zurückkehren könnte: Venezuela. Ausgerechnet jenes Land, in das Russland über Jahre Milliarden investiert, Einfluss aufgebaut und handfeste Sicherheiten eingesammelt hat, droht nun selbst zum Problem zu werden. Sollte Washington, wie angekündigt, den venezolanischen Ölsektor wieder öffnen, verlöre Moskau nicht nur Marktanteile, sondern ein geopolitisches Pfand.
Dass Russland seine Nähe zu Caracas nicht nur rhetorisch pflegt, machte Putin zuletzt selbst deutlich. In einem Telefonat mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro kurz vor dessen Verhaftung durch die USA bekräftigte er die „Solidarität mit dem venezolanischen Volk“ und die Absicht, die wirtschaftliche und energiepolitische Zusammenarbeit fortzuführen – ausdrücklich trotz wachsender Spannungen mit den Vereinigten Staaten.
Venezuela ist ein Gigant, wenn es um Öl geht. Unter der Erde liegen rund 303 Milliarden Barrel nachgewiesener Reserven, mehr als in Saudi-Arabien oder jedem anderen Land. Gefördert wird davon bislang aber nur ein Bruchteil. Die aktuelle Produktion bewegt sich grob um eine Million Barrel pro Tag. Zum Vergleich: Saudi-Arabien fördert im Schnitt rund neun........
