Der Merz-Klingbeil-Geheimbund vom Tegernsee
Artikel vom 01.04.2025
Im Wahlkampf schenkten sie sich nichts, jetzt duzen sich Klingbeil und Merz und verhandeln verblüffend vertrauensvoll. Es gibt ein Geheimnis der beiden, und das liegt am Tegernsee. Von dort kommt auch die neue Koalitions-Leitlinie
„Ich glaube, dass die Zeit der Breitbeinigkeit vorbei ist“, rief Lars Klingbeil in den Saal, und Friedrich Merz spitzte die Ohren. Die versammelten CEOs der deutschen Industrie auch. Es war am Tegernsee, als sich Klingbeil und Merz auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel erstmals außerhalb des politischen Betriebs in Berlin näher beschnupperten und einen großen Politikwechsel in Deutschland erörterten. Als die Ampelregierung gerade im Amt und Merz neuer CDU-Chef war, trafen sie sich in der Idylle von Herrgottswinkeln, Alpenwipfeln, Kuhglocken und sprachen erstmals wie normale Menschen miteinander. Klingbeil wählte, obwohl die Ampel noch lebendig schien, schon den Tonfall des Brückenbauers („Wir müssen Wirtschaft und Politik wieder zusammenbringen und die Mitte stärken“) und entdeckte bei Merz einen unerwarteten Bruder im Geist des Machertums.
Auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel trafen sie sich regelmäßig und jeder witterte im anderen natürlich den cleveren Machtpolitiker, den scharfen Konkurrenten, auf den man........
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