Friedrich Merz macht sich unbeliebt
t az: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Unterm Iran-Krieg hat Israel Gaza halbiert.
taz: Und was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Man weiß eh nicht mehr, was von was ablenken soll.
taz: Die schwarz-rote Koalition ist so unbeliebt wie nie zuvor. Sind Merz’ Fantasien über Abschiebungen nach Syrien ein verzweifelter Schrei nach Liebe in Richtung rechtsaußen?
Küppersbusch: Es gilt das verstolperte Wort – und der Hagel an Korrekturen, Deutungen und Stummelsatzexegese anschließend. Da war für jeden was dabei. Al-Scharaa will gemeint haben, die Deutschen sollten so wuchtig in Syrien investieren, dass viele Flüchtlinge ihre Erfahrungen mit deutscher Wirtschaft gern ein- und mitbringen. Womöglich könne das so was werden mit – Merzens Zahl „80 Prozent“. Dann macht sich der gestern-noch-Terrorfürst den Spaß, „Rückkehr freiwillig und in Würde“ zu fordern, viele Christdemokraten schauen da hilflos zum Dolmetscher. Ein Muster bei des Kanzlers Rhetorik ist, dass er große Ankündigungen macht und kleine Ergebnisse liefert. Er müsste langsam mal auf den umgekehrten Modus umschulen.
taz: In Schweden soll die „Brandmauer“ nach rechts fallen. Wie kam es dazu und wie realistisch ist das auch hierzulande?
Küppersbusch: Der konservative........
