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DMCA-Löschanträge sollen jeden Switch-Emulator bei GitHub entfernen

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16.02.2026

DMCA-Löschanträge sollen jeden Switch-Emulator bei GitHub entfernen

Nintendo geht radikal mit vielen DMCA-Löschanträgen praktisch gegen jeden bei GitHub verfügbaren Switch-Emulator vor. Doch was bringt das?

DMCA-Löschanträge gegen Eden, Citron, Kenji-NX, MeloNX & Co.

Gegen Nintendos Juristen ist noch kein Kraut gewachsen

Entwickler müssen sich andere Speicherorte suchen

Ist GitHub noch der richtige Anbieter?

Wie das News-Portal Nintendo Everything berichtet, gibt es eine neue Entwicklung beim Kampf des japanischen Herstellers gegen Switch-Emulatoren. Die Redaktion brachte in Erfahrung, dass Nintendo aktuell DMCA-Mitteilungen wegen quasi jedem bei GitHub verfügbaren Emulator verschickt hat. Das soll auch jede Fork, also die Abspaltung des Quellcodes anderer Personen, betreffen. Doch eigentlich sind alle Emulatoren von Natur aus legal.

DMCA-Löschanträge gegen Eden, Citron, Kenji-NX, MeloNX & Co.

Eden, Citron, Kenji-NX und MeloNX – diese Switch-Emulatoren sind offenbar allesamt von der Aktion betroffen. Selbst Projekte wie Sudachi und Skyline, die gar nicht mehr aktiv entwickelt werden, wurden mit DMCA-Mitteilungen belegt. Die Repositorys sind zwar noch online. Doch das wird wahrscheinlich nicht mehr lange der Fall sein, weil GitHub auf die DMCA-Löschanträge zeitnah reagieren muss.

Bereits im Jahr 2024 ist viel passiert, wenn es um Nintendos Umgang mit den Switch-Emulatoren geht. Zunächst verklagte das Unternehmen die Entwickler von Yuzu. Später einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich. Im selben Jahr nahm man die Discord-Server der Emulatoren Suyu und Sudachi offline. Als wäre das noch nicht genug, machte Nintendo schließlich auch Ryujinx den Garaus.

Gegen Nintendos Juristen ist noch kein Kraut gewachsen

Nach 2024 entstanden neue Forks wie Citron und Eden. Nun scheint es, als würde Nintendo mit aller Gewalt versuchen, Emulatoren wo immer möglich zu unterbinden. Das Unternehmen will, dass die Gamer nur gekaufte Switch-Spiele und ausschließlich auf ihrer Hardware spielen. Problematisch ist juristisch gesehen die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen (TPMs), zu denen auch kryptografische Schlüssel der Konsole selbst gehören, die man zum Entschlüsseln der Spiele in den Emulatoren verwendet.

Und obwohl die Schlüssel nicht mit Citron oder Eden gebündelt sind, reichte allein ihre Existenz aus, um Nintendos Juristen auf den Plan zu rufen. Es war wohl für die Entwickler der Emulatoren auch nicht ausreichend, die Nutzer dazu aufzurufen, ihre Software ausschließlich zu legalen Zwecken einzusetzen. Das ist leider auch keine Garantie wenn es darum geht, ob der Hersteller gegen die Emulatoren vorgeht.

Entwickler müssen sich andere Speicherorte suchen

Die Entwickler von Citron haben vorgesorgt. DMCA-Löschanträge können sie nicht komplett aus der Bahn werfen. Sie haben Kopien ihres Quellcodes auf privaten Servern hinterlegt. Doch die Webseite unter citron-emu.org ist derzeit gar nicht erreichbar. Auch das Portal von MeloNX ist nicht voll einsatzbereit.

Eden nutzt aktuell noch GitHub für den Download ihres Emulators für Android, Linux und Windows. Doch wer weiß für wie lange noch!?

Andere Programmierer haben ihr Repository bei GitHub-Alternativen in Ländern wie China oder Russland hinterlegt, um die Verfügbarkeit ihrer Software zu gewährleisten. Natürlich hofft Nintendo, dass die Gamer die Emulatoren nicht mehr so einfach online finden werden, sobald GitHub diese gelöscht hat. Fakt ist: Nintendo kann den Kampf gegen die Emulatoren auch unter Zuhilfenahme der vielen DMCA-Löschanträge nicht gewinnen. Doch etwas anderes können die Anwälte zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht tun.

Ist GitHub noch der richtige Anbieter?

Ob man überhaupt noch seinen Quellcode bei einem US-Unternehmen hinterlegen sollte, ist in Anbetracht der möglichen Einflussnahme durch die Hersteller der Spielkonsolen immer fraglicher geworden. Wenn das so weiter geht, dürfte das Vorgehen von Big N für eine Verlagerung des Speicherortes vieler Software-Projekte sorgen.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.

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