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P-Stream gibt auf: Streamingportal nach Druck von ACE und MPA offline

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06.03.2026

P-Stream gibt auf: Streamingportal nach Druck von ACE und MPA offline

Illegales Streamingportal P-Stream gibt nach juristischem Druck von ACE und MPA auf. Millionen Nutzer sind betroffen.

P-Stream-Betreiber stellt Plattform freiwillig ein

Vom movie-web-Nachfolger zum Millionenprojekt

DMCA-Vorladungen als Druckmittel

Der Code bleibt öffentlich verfügbar

P-Stream gibt auf – Nachfolger wohl nur eine Frage der Zeit

P-Stream gibt auf. Nach wachsendem Druck durch ACE und MPA stellt das illegale Streamingportal seinen Betrieb ein. Der mutmaßliche Quellcode der Plattform kursiert hingegen weiterhin auf öffentlich zugänglichen GitHub-Repositories und könnte damit jederzeit als Grundlage für neue Streamingseiten dienen.

Mit P-Stream verschwindet die nächste Streamingseite unter juristischem Druck aus dem Netz. Wie TorrentFreak berichtet, hat der Betreiber des populären Streamingportals den Betrieb eingestellt, nachdem eine DMCA-Vorladung der Motion Picture Association (MPA) und der Anti-Piraterie-Allianz ACE erwirkt worden war.

P-Stream-Betreiber stellt Plattform freiwillig ein

Die Vorladung verpflichtete Infrastruktur-Dienstleister wie Cloudflare und Discord, Kundendaten zu mehreren Domains herauszugeben, darunter auch zur Streamingseite P-Stream und der Domain pstream.mov. Kurz darauf stand fest, P-Stream gibt auf.

Wer versucht, die ehemalige Streamingplattform aufzurufen, landet aktuell auf einer Abschiedsseite des Betreibers. Dort erklärt der unter dem Pseudonym Pas bekannte Entwickler die Gründe für das Ende des Projekts. Demnach sei er erst wenige Tage zuvor auf Antrag der Motion Picture Association (MPA) und der Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) vom Bezirksgericht in Kalifornien vorgeladen worden. Offenbar habe diese Vorladung auch dazu geführt, dass der zugehörige Discord-Server der Plattform ins Visier geriet und schließlich entfernt wurde.

Einen möglichen Rechtsstreit mit der Filmindustrie könne er sich jedoch nicht leisten. Zwar habe P-Stream selbst keine urheberrechtlich geschützten Inhalte gehostet oder kontrolliert, dennoch fehle ihm schlicht das Geld, um eine juristische Auseinandersetzung vor Gericht zu führen. Um jedes Risiko zu vermeiden, werde P-Stream deshalb künftig keine öffentliche Instanz mehr betreiben, schreibt der Betreiber.

Gleichzeitig bedankt sich der Entwickler bei der Community. Das Projekt habe deutlich länger existiert, als er ursprünglich erwartet habe, und sei von weit mehr Menschen genutzt worden, als er sich jemals hätte vorstellen können. Abschließend verabschiedet er sich mit den Worten: „Viva La P-Stream“.

Vom movie-web-Nachfolger zum Millionenprojekt

Das Streamingportal P-Stream ist inzwischen offline. Für viele Nutzer kommt das überraschend. Der Dienst existierte erst seit April 2024. Damals entstand die Plattform als indirekter Nachfolger des Projekts movie-web, das zuvor ebenfalls unter dem Druck der Rechteindustrie eingestellt worden war.

Wie sein Vorgänger fungierte auch P-Stream nicht als klassischer Hosting-Dienst. Statt eigene Streams bereitzustellen, aggregierte die Plattform Links zu Filmen und Serien aus verschiedenen Quellen im Netz und bündelte sie in einer zentralen Benutzeroberfläche. Dieses Konzept sorgte dafür, dass der Streamingdienst rasch an Popularität gewann. Laut Schätzungen verzeichnete die Seite zuletzt bis zu zehn Millionen Besuche pro Monat.

Allerdings dürfte die Beliebtheit auch dazu geführt haben, dass das Portal auf dem Radar der Rechteinhaber landete.

DMCA-Vorladungen als Druckmittel

Die Vorgehensweise von MPA und ACE wiederholt sich. Statt sofort gegen einzelne Streamingseiten vorzugehen, versuchen die Organisationen zunächst über DMCA-Vorladungen an Infrastruktur-Anbieter Informationen über mögliche Betreiber zu erhalten. Hosting-Provider, Content-Delivery-Netzwerke oder Kommunikationsplattformen können dabei verpflichtet werden, vorhandene Kundendaten herauszugeben.

DMCA-Vorladungen dienen häufig dazu, die Verantwortlichen hinter Streamingdiensten zu identifizieren. Zwar laufen solche Anfragen häufig ins Leere, weil Betreiber falsche Angaben machen oder ihre Infrastruktur verschleiern. In manchen Fällen reicht jedoch schon die Drohung eines möglichen Gerichtsverfahrens aus. Auch in diesem Fall gibt P-Stream auf, bevor es überhaupt zu einem Prozess kommen konnte.

Der Code bleibt öffentlich verfügbar

Auch wenn das Streamingportal selbst verschwunden ist, könnte das Projekt noch lange nachwirken. Der mutmaßliche Quellcode von P-Stream ist weiterhin öffentlich auf GitHub zugänglich. Dort finden sich mehrere Repositories mit zentralen Komponenten der Plattform, darunter der Hauptcode der Streamingseite, Backend-Komponenten, Provider für verschiedene Streamingquellen sowie eine Desktop-Version auf Basis von Electron und entsprechende Browser-Erweiterungen.

Ob diese Repositories tatsächlich vom ursprünglichen Betreiber der Plattform stammen, lässt sich derzeit allerdings nicht eindeutig verifizieren. In der Szene ist es durchaus üblich, dass Code gespiegelt, geforkt oder von Dritten weiterentwickelt wird. Gleichwohl zeigt ein Blick in die Projektstruktur, dass P-Stream technisch auf früheren Entwicklungen aufbaut, insbesondere auf Projekten wie sudo-flix und dem ursprünglichen movie-web-Code.

Damit bleibt die grundlegende Architektur des Streamingdienstes weiterhin frei verfügbar. In der Vergangenheit hat bereits dieser Umstand mehrfach dazu geführt, dass abgeschaltete Streamingplattformen in leicht veränderter Form unter neuem Namen wieder auftauchten. Auch im Fall von P-Stream könnte der öffentlich verfügbare Code daher als Grundlage für künftige Nachfolger dienen.

P-Stream gibt auf – Nachfolger wohl nur eine Frage der Zeit

Dass P-Stream aufgibt, verdeutlicht einmal mehr, wie effektiv der juristische Druck der Filmindustrie auf Infrastruktur-Ebene mittlerweile geworden ist. Bereits eine DMCA-Vorladung und die Aussicht auf einen teuren Rechtsstreit reichen häufig aus, um Betreiber populärer Streamingportale zum Aufgeben zu zwingen. Das gilt selbst dann, wenn die Plattform nach eigenen Angaben keine urheberrechtlich geschützten Inhalte selbst hostet.

Damit dürfte das Kapitel jedoch kaum endgültig abgeschlossen sein. Solange der zugrunde liegende Code öffentlich verfügbar bleibt und Entwickler darauf aufbauen können, verschwindet die technische Grundlage solcher Projekte nicht einfach aus dem Netz. Die Geschichte von movie-web, sudo-flix und nun P-Stream zeigt, P-Stream gibt zwar auf, aber im Streaming-Untergrund dürfte das nächste Projekt bereits in den Startlöchern stehen.

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.

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