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Kinderkirche in Herne

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25.06.2026

„Hier, Papa, das sollen wir spielen.“ Das kleine Mädchen hält ihrem Vater ein Kartenspiel entgegen. Der legt den Zeigefinger auf seinen Mund, macht leise „Psst“, öffnet dann aber die Pappschachtel des Spiels. Vorne, am kleinen Holzaltar, begrüßt Pastor Thomas Poggel gerade die Familien zum Gottesdienst, die fünfköpfige Band hinter ihm stimmt das erste Lied an. Das Mädchen schnappt sich seinen Hocker, klappt den daran befestigten Tisch um und sortiert die Karten in zwei Stapel. Die Messe geht los – das Spiel auch. Es ist ein ganz normaler Sonntagmorgen in der Kinderkirche St. Marien in Herne. Gut 30 Kinder und ihre Familien sind zusammengekommen, um einen Kaffee zu trinken, sich zu unterhalten, zu spielen – und Eucharistie zu feiern. Denn in der Kinderkirche gehört all das zusammen: treffen und beten, leise sein und laut lachen, Spiele spielen und Gottesdienst feiern.

Seit einem Jahr ist die Marienkirche in Herne keine klassische Gemeindekirche mehr. Die Bänke wurden herausgenommen, stattdessen stehen Stühle undKinderhocker in einem Kreis im Mittelschiff. Dort befinden sich auch Altar und Ambo. Im Chorraum der Kirche steht ein großes Zelt, in das sich Gruppen zurückziehen können. In den früheren Seitenkapellen sind heute Bobbycars geparkt, Kuschel- und Leseecken eingerichtet, Bastelecken und ein Kickertisch aufgebaut. Zusätzlich gibt es ein Elterncafé: einige Tische und Stühle und eine Teeküche, gebaut aus einfachen Möbeln, um Getränke, Kekse und Süßes anbieten zu können. 

St. Marien ist einer von sieben Kirchorten in der Pfarrei St. Dionysius in Herne. In der Stadt im Ruhrgebiet leben rund 150 000 Menschen, 37 000 von ihnen gehören der katholischen Kirche an – doch immer weniger besuchen noch Gottesdienste. Deshalb will das Erzbistum Paderborn Angebote an einem Ort bündeln, um Geld, Personal und Ressourcen zu sparen. Familienpastoral, Taufpastoral und Erstkommunionvorbereitung wird es in der Pfarrei künftig nur noch in der Kinderkirche geben. Sie soll zu einem katholischen Zentrum für Familien werden. 

„Wer von euch kennt das Spiel ‚Reise nach Jerusalem‘?“, fragt Pastor Poggel. Er schaut in die Runde der Kinder und Erwachsenen. Einige Jungen und Mädchen zeigen........

© Tag des Herrn