Bad Dürrheimer Kunstverein präsentiert sein immenses Repertoir
Die Kurstadt beheimatet eine ganze Reihe Künstler, die in vielen Techniken ihrer Kunst Ausdruck verleihen. So ist es alter Brauch und doch neu, dass rund um die Osterzeit der Öffentlichkeit ein Einblick in die Schaffenskraft der Bad Dürrheimer Künstler gewährt wird. Brauch, weil die Ausstellung des Vereins der Kunstschaffenden und -freunde Bad Dürrheim seit vielen Jahren fest im Veranstaltungskalender verankert ist, neu hingegen, weil man sich für den Titel «Werkschau” entschieden hat, um klar zu zeigen, dass es sich um eine Kunstausstellung und keine Osterbastelei handelt.
So hiess die Vorsitzende Doris Arenas am Ostersamstag alle Interessierten aufs herzlichste zur Vernissage willkommen. Sie sprach über die Vielfalt der Arbeiten, die im Haus des Bürgers gezeigt wird: „Absolute Homogenität ist in einem Verein, der die unterschiedlichen Stile seiner Mitglieder als Bereicherung erlebt, ein Ding der Unmöglichkeit. Uns macht es stolz, ein Forum von Begegnungen zu sein, zu zeigen, dass Individualität bei uns ebenso ihren Ort hat wie auch Gemeinsinn.” Die Ausstellung bringt genau diese Vielfalt auf den Punkt. Sie sprüht vor Energie, einer Energie die sich aus Gegensätzen speist: Spontanität und Überlegung, Zurückhaltung und starke Positionen, Fotorealismus und Abstraktem, Fantasie und Wirklichkeit, aus dem Vollen schöpfend und dann auch wieder aus der Selbstbeschränkung.
Die Ausstellung ist bis einschliesslich 12. April täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am vorletzten Tag, dem 11.04., stehen die Künstler selbst ab 15 Uhr Rede und Antwort zu ihren Werken. Und die Finissage am 12.04. um 17 Uhr wird noch mit so mancher Überraschung aufwarten. Es ist von Gesang, einer Versteigerung eines jetzt noch unvollendeten Werkes und vielem mehr die Rede. Man darf gespannt sein.
Welches Kunstwerk wird ausgestellt?
Spannend zu hören ist, wie bei einem jeden Künstler der innere Kampf im Vorfeld einer Ausstellung tobt. Welches Kunstwerk darf mit, welches muss zuhause bleiben? Oftmals falle die letzte Entscheidung beim Einladen ins Auto und man wechsle doch nochmals zu einer anderen Perspektive. Und genau diese Perspektive ist es, die ein jeder Besucher der Ausstellung selbst mitbringen muss. Denn manches wird gefallen, anderes wiederum nicht. Es ist nicht der Anspruch der Kunst zu gefallen. Es vielmehr die Schaffung von Raum, in dem man seine Gedanken entfalten und neues Denken zulassen darf.
So hat beispielsweise Karl Lotz sich von einem alten Ölgemälde aus dem Familienbesitz inspirieren lassen. «Es stammt aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts und ist es allemal wert, erhalten zu werden”, so der Künstler. Und doch hat er sich dazu entschieden, es zu transformieren, vom Stilleben zum vollen Leben weiterzuentwickeln. So hat er aus Kunstillustrierten Szenen ausgeschnitten und sie in das Ölgemälde integriert. „Meiner Familie habe ich versprochen, dass das Bild erhalten bleibt, weshalb ich besonderen Kleber verwendet habe, der rückstandslos wieder entfernt werden kann”, berichtet Lotz. Kunst eben: die Freiheit, neue Blickwinkel zu schaffen und aus dem Stil auszubrechen.
Eine andere Form der Kunst zeigt Monika Rothgängel mit ihren Ton-Plastiken. Entstanden am Küchentisch, sozusagen zwischen den Mahlzeiten, hat sie sich tiefgründige Gedanken über den Gesichtsausdruck von Verschickungskinder gemacht, wodurch eine sehr eindrückliche Tonplastik entstanden ist. „Ich möchte mit dazu beitragen, dass ihr Schmerz nicht in Vergessenheit gerät”, so die Künstlerin.
28 Künstler zeigen ihre Werke
Die Spannbreite der Werke ist demnach sehr gross. Sie reicht von Tomi Eckerts Kaptain Sparrow aus dem Film „Fluch der Karibik“ bis zu zarter Poesie, die unter anderen in den Arbeiten von Gerda Bergler oder Ursula Rieger spürbar ist. In Summe stellen 27 Künstler aus Bad Dürrheim aus. Eine Gastausstellerin, Jutta Merkt-Schmidt vom Trossinger Kunstverein, ergänzt das Spektrum mit fotografischen Arbeiten.
Bürgermeister Jonathan Berggötz brachte es mit seinen Worten auf den Punkt: „Ich finde es grossartig, was Bad Dürrheimer Bürger hier präsentieren. Wir können alle sehr stolz auf Sie und Ihr Schaffen sein.“
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