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Schifffahrtsgesellschaft URh zieht Bilanz: Quaggamuscheln sorgen für rote Zahlen

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26.03.2026

„Wir haben ein Muschelproblem“, sagt Sönke Bandixen. Bei der Bilanzmedienkonferenz der Schifffahrtsgesellschaft URh in der Werft in Langwiesen erklärt der Verwaltungsratspräsident, dass der Streckenabschnitt zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein im Jahr 2024 bei Niedrigwasser erstmals wegen abgestorbener Quaggamuscheln in der Fahrrinne abgelagert hatten, unterbrochen werden musste. Die Kursschifffahrt konnte damals erst wieder nach dem Ausbaggern aufgenommen werden. Doch dieses Problem bleibt.

Aufgeschobener Saisonstart

Nachdem im vergangenen Jahr wegen zu tiefen Wasserstands der Saisonstart von 18. April um zwei Wochen verschoben werden musste und bis zum 9. Mai lediglich Rundfahrten zwischen Schaffhausen und Diessenhofen möglich waren, fehlten bereits 20.000 Passagiere.

27 Streckensperrungen wegen Muscheln

Vom 30. Juni bis 25. Juli gab es wegen der Quaggamuschel zudem 27 Streckensperrungstage zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein, wodurch ein wirtschaftlicher Schaden von rund 500.000 Franken entstand. Dazu kamen die Umsatzeinbußen der Gastronomie. „Dieser nicht kanalisierte Streckenabschnitt ist für die URh die Paradelinie, auf der am meisten verdient wird“, sagte Bandixen.

Nicht nochmals 1,5 Millionen Franken

Auf eine erneute Räumung der Rinne wurde wegen der erwartenden Kosten von rund 1,5 Millionen Franken allerdings verzichtet. Stattdessen wurde eine kantonsübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum Juni dieses Jahres Grundlagen für weitere Maßnahmen erarbeiten soll. Bandixen erklärte, dass der betroffene Rheinabschnitt im größten zusammenhängenden Naturschutzgebiet des Kantons Schaffhausen liegt und größere Maßnahmen nur im März und April sowie im Spätherbst möglich sind. Für den URh-Präsidenten ist es nachvollziehbar, dass das Muschelproblem grundsätzlich angegangen werden muss. Es müsse künftig damit gerechnet werden, dass jedes Jahr Quaggamuscheln vom Bodensee heruntergeschwemmt werden und die Fahrrinne verstopfen.

Ein Ertrag von 4,8 Millionen Euro

Geschäftsführer Remo Rey erklärte, dass die URh im Jahr 2025 insgesamt 265.381 Passagiere, rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr, hatte, was das zweitschlechteste Ergebnis in der URh bedeutet. Dennoch konnte bei einem Ertrag von 4,8 Millionen Franken ein Betriebserfolg vor Steuern von 349.000 Franken erwirtschaftet werden. Abzüglich Abschreibungen von 647.000 Franken resultierte allerdings ein Verlust von 207.000 Franken. Bereits im Vorjahr hatte es einen Verlust von 70.000 Franken gegeben und im Coronajahr 2020 mit 400.000 Franken das größte Defizit. „Ich bin nicht gerne Präsident einer Firma, die Verluste macht“, sagte Bandixen und bemerkte, dass die URh allerdings noch in der Lage ist, ein- bis zweimal solche Verluste wegzustecken. „Die Muscheln sind uns ein Klotz am Bein, und dieser Klotz muss weg“, betonte Bandixen.

Preiserhöhung unvermeidbar

Aufgrund der finanziellen Situation hat die URh in diesem Jahr die einzelnen Streckentarife um 3,5 Prozent erhöht. Die Preise für Tageskarten und Jahresabo sind seit 2015 gleich geblieben. „Wir sind uns bewusst, dass 40 bis 45 Prozent unserer Passagiere aus Deutschland kommen und die bei der Schifffahrt ein anderes Preisniveau haben“, sagte Geschäftsführer Remo Rey, der sich bewusst ist, dass die URh in Konstanz und am Obersee scharf an der Preisgrenze steht und nicht beliebig erhöhen könne. Aufgrund der Wetterprognosen sehen Verwaltungsratspräsident Sönke Bandixen und Remo Rey aber zuversichtlich dem pünktlichen Saisonstart entgegen, der am Karfreitag, 3. April, erfolgen wird. (tgü)

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