Finden im Ernstfall eigentlich auch Konstanzer in Schweizer Bunkern Schutz?
Im Alltag ist die Landesgrenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen oft kaum spürbar. Egal, ob zum Arbeiten oder Einkaufen – tausende Grenzgänger pendeln täglich. Doch in Zeiten wachsender Unsicherheit stellt sich eine grundsätzliche Frage neu: Gilt diese Nähe auch im Ernstfall? Denn die Schweiz ist durch ihre Schutzräume besonders gut vorbereitet. Doch dürften auch Konstanzer dort Zuflucht suchen?
370.000 Schutzräume in der Schweiz
„Für jede Einwohnerin und jeden Einwohner der Schweiz ist ein Schutzplatz – in einem standardisierten Schutzraum – in der Nähe des Wohnorts bereitzustellen“, sagt Olivier Schorro, Mediensprecher des Bundesamts für Bevölkerungsschutz auf Nachfrage. Dies gelte auch für Ausländer, die in der Schweiz wohnhaft sind. In etwa 370.000 privaten und öffentlichen Schutzräumen sind grundsätzlich für die ganze Bevölkerung Schutzplätze vorhanden.
Damit betrage der Deckungsgrad über 100 Prozent. Aber: „Für im Ausland Lebende kann die Schweiz hingegen keine Schutzräume planen und bauen“, sagt Schorro. Neben Luftschutzkellern gibt es in der Schweiz auch Infanteriebunker. Der Bunker Bottighofen ist beispielsweise weitestgehend im Originalzustand erhalten, um dessen Erhalt kümmert sich der Verein Festungsgürtel Kreuzlingen.
Schutz für Pendlerinnen und Pendler
Doch was ist, wenn sich Pendler in einem Krisenfall in der Schweiz aufhalten? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat ein Projekt gestartet, mit dem es anstrebt, in großen Städten und Ballungszentren zusätzliche alternative Schutzeinrichtungen in Infrastrukturen wie Garagen, Tunnels oder Bahnhöfen zu schaffen, so der Mediensprecher. Diese sind insbesondere für Pendler, die sich im Fall eines bewaffneten Konflikts nicht an ihrem Wohnort oder in der Nähe ihrer regulären Schutzräume aufhalten, vorgesehen. „Diese alternativen Schutzeinrichtungen sollen einen temporären Schutz gegen Angriffe mit konventionellen Waffen bieten, wie Splitter-, Trümmer- und Druckwellenschutz, und würden auch Grenzgängern zur Verfügung stehen“, sagt Schorro.
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