Wer Glück hat, erlebt derzeit im Wildgehege Waldshut Tiergeburten hautnah mit
Im Wildgehege Waldshut kehrt der Frühling ein. Die Tiere legen ihr Winterkleid ab. Die Ziegen, Hirsche, Mufflons und - passend zu Ostern - die Kaninchen haben schon Nachwuchs bekommen. Bald wird es auch bei den Wildschweinen Frischlinge geben.
Es gibt noch viele weitere Tiere im Wildgehege zu entdecken. Neben den heimischen Rothirschen kann man Sika- und Damhirsche beobachten. Auch die Steinböcke freuen sich über Besucher. Eulen, Greif- und Rabenvögel können ebenso bestaunt werden.
Just beim Besuch unserer Zeitung konnte die Reporterin gemeinsam mit einigen Besuchern die Geburt eines Ziegenkitz beobachten. Kurz danach machte das Kitz die ersten Stehübungen. Das war für alle Anwesenden, vor allem für die Kinder, ein bewegendes Erlebnis.
Am Tag darauf berichtete Tierpfleger Andreas Armbruster: „Heute ist ein Hirschkalb zur Welt gekommen. Jetzt ist die Zeit, in der es täglich Nachwuchs gibt.“
Fell der Tiere verändert sich mit den Jahreszeiten
Gehegewart und Tierpfleger Hubert Rossa erklärte im Gespräch, dass bei den meisten Wildtieren im Gehege gerade Fellwechsel sei. Die Hirscharten hätten im Winter graues, dunkles Fell und im Sommer rotbraunes. Sie sehen im Fellwechsel, wie Rossa sagt, etwas „struppig“ aus. Die Geweihe der Hirsche werden im März abgeworfen. „Dann ist es dort manchmal etwas blutig, das ist aber ganz normal“, so Rossa. Bis September sei das Geweih wieder voll ausgewachsen, weil da die Brunft beginnt. „Da müssen sie ja wieder kämpfen.“
Rossa betreibt zudem eine Krankenstation für verletzte Greifvögel, die nicht öffentlich zugänglich ist. „Die Tiere brauchen Ruhe, um sich zu erholen“, sagt er. Wenn sie gesund sind, werden sie ausgewildert. „Wir haben alles Mögliche: Uhu, Rotmilan, Mäusebussard, Falken“, so Rossa. In der Voliere sind die Rabenvögel zu sehen, die nicht mehr ganz gesund werden. Darunter sind beispielsweise Elstern und Eichelhäher.
Das Wildgehege Waldshut
Öffnungszeiten und Eintritt: Das Wildgehege Waldshut wurde 1971 gegründet. Es ist in der Sommersaison von 9 bis 20 Uhr geöffnet, im Winter bis 17 Uhr. Statt Eintrittsgebühren wird um eine freiwillige Spende gebeten, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Ausstattung: Es gibt einen großen Kinderspielplatz und eine Grillstelle zur freien Benutzung. Eine rustikale Blockhütte mit offenem Kamin und eingerichteter Küche kann für Feste angemietet werden.Kiosk: Der Kiosk hat neue Öffnungszeiten. Dienstags bis freitags von 12 bis 17 Uhr. Montag ist Ruhetag. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen hat er von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.wildgehege-waldshut.de.
Der Vorsitzende des Wildgehege-Vereins Klaus Reuther ist froh, Rossa zu haben. Dieser ist Falkner und hat von Kind auf mit Greifvögeln zu tun. „Die lassen sich von keinem anderen pflegen und füttern“, erklärt Reuther.
So verhalten sich Besucher des Wildgeheges richtig
Rossa appelliert zur Rücksicht der Besucher gegenüber den Tieren. „Leider gibt es in letzter Zeit immer mehr unvernünftige Leute, die mit Stöcken nach den Tieren stechen oder mit Steinen nach den Uhus schmeißen.“
Besucher werden außerdem angehalten, die Tiere ausschließlich mit den angebotenen Futterpäckchen aus Wildtierpellets zu füttern. Rossa sagt: „Es kam schon vor, dass Leute schimmeliges Brot oder Paprikachips verfüttert haben. Deshalb sind uns schon Tiere weggestorben.“
Armbruster berichtete, dass vor Kurzem eine Ziege ohne erkennbaren Grund gestorben ist. „Vermutlich hat sie etwas gefressen, was ins Gehege geworfen wurde, einen Schnuller oder so. Wir können es uns nicht anders erklären.“
Sachbeschädigung habe es ebenfalls gegeben. Es sei laut Rossa besser geworden, seit Maßnahmen wie Aufsichtspersonen und Überwachungskameras eingesetzt werden. „Früher hatten wir besoffene Gruppen, die rumgegrölt und mit Flaschen nach Tieren geworfen haben.“ Die Tiere bräuchten nachts ihre Ruhe, betont Rossa.
Frühling im Waldshuter Wildgehege - die tollsten Einblicke!
Reuther appelliert zudem an den Sachverstand der Menschen, die ausgeschriebenen Hinweise zu beachten. Wildschweine sollen zum Beispiel aufgrund der Gefahr der Schweinepestübertragung nicht gefüttert werden.
Trotz aller vermeintlichen Ärgernisse möchten Reuther und Rossa nach eigenen Angaben den Betrieb des Wildgeheges aufrecht halten. Die Leidenschaft der beiden war deutlich zu spüren. Reuther erklärt: „Es ist uns wichtig, den Menschen, vor allem den Kindern, Verständnis für die Natur näherzubringen. Dass sie sehen, was in freier Wildbahn möglich wäre.“
Die Ziegen profitieren laut Rossa am meisten von den Futterpäckchen, da ihr Gehege direkt am Eingang ist. Wohingegen das Muffel- und das Sikawild, deren Gehege nicht so zentral sind, sich laut Rossa auch sehr freuen würde, mehr gefüttert zu werden.
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